HAMBURG/LONDON - HAMBURG/LONDON/DPA/AP - Mindestens 15 Tote, überflutete Landstriche und Hunderttausende Menschen ohne Strom: Über den Norden Europas ist am Wochenende ein gewaltiger Winterorkan hinweggebraust und hat von England bis Russland erhebliche Schäden angerichtet. Auch in Norddeutschland hinterließ der mit Abstand stärkste Sturm dieses Winters eine Spur der Verwüstung. Auf dem Brahmsee bei Kiel ertranken am Sonnabend nach Polizeiangaben zwei jugendliche Kajakfahrer. Polizei und Feuerwehr konnten die Vermissten aber trotz intensiver Suche mit Tauchern bis Sonntagnachmittag nicht finden.
Straßen und Bahnlinien mussten wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt werden. In zahlreichen Ortschaften fiel teilweise der Strom aus. Feuerwehren und Rettungsdienste hatten mehr als 10 000 Helfer im Dauereinsatz.
Auf den nordfriesischen Halligen herrschte Landunter, der Fährverkehr, auch zu den Inseln Föhr und Amrum, wurde eingestellt. Auch die Schiffsverbindung von Dänemark nach Sylt stellte ihren Betrieb ein. Zwei Schiffe suchten hinter der Helgoländer Düne Schutz. Auch die Ostseefähren blieben in den schützenden Häfen.
In Nordwestengland wurden in der nach schweren Regenfällen überschwemmten Stadt Carlisle drei Tote gefunden. In Südschweden waren zahlreiche Straßen überflutet, die Bevölkerung wurde aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehr als 410 000 Haushalte waren am Sonntag vorübergehend ohne Strom.
Relativ glimpflich kam das Weser-Ems-Gebiet davon. „Keine nennenswerten Schäden“, hieß es aus dem Lagezentrum der Polizei. Abgeschnitten waren am Sonnabend die Inseln, denn weder Fähren noch Flugzeuge konnten eingesetzt werden.
