HAMBURG - HAMBURG/DPA - Käfer-Alarm in Deutschland: Die warmen Tage im April haben den Borkenkäfer in den Wäldern frühzeitig mobilisiert. „In den Wäldern tickt eine Zeitbombe. Uns droht diesen Sommer eine Borkenkäferplage von biblischen Ausmaßen“, warnte die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände, Ute Seeling. Das milde Wetter biete ideale Bedingungen für die Schädlinge, sagte Hans Jacobs von der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
Eine Mitschuld an dem Problem trage auch Orkan „Kyrill“, der im Januar etliche Bäume umstürzte, sagte Jacobs. Die Waldarbeiter kämen mit dem Aufräumen nicht hinterher, und so lägen noch immer viele Bäume in den Wäldern und böten ideale Brutplätze für die Borkenkäfer. Die Schädlinge sorgten zudem für viel Nachwuchs: Bis zu drei Generationen können sich in einem Jahr entwickeln. „Der Borkenkäfer bevorzugt Fichten und befällt vor allem geschwächte Bäume“, erläuterte Jacobs.
Ist ein Baum befallen, kann er nicht mehr gerettet werden. „Er muss gefällt und so schnell wie möglich aus dem Wald geschafft werden“, sagte Jacobs. Daher sollten die Förster schnell reagieren, um eine Ausbreitung zu verhindern. Darüber hinaus werde versucht, mit Hilfe von Lockstoff-Fallen die Käfer von den Bäumen wegzubringen.
Auch Mücken vermehren sich nach dem milden Winter besser und früher als sonst. „Mücken vermehren sich im Frühjahr erst, wenn es warm genug geworden ist“, sagte der Referent für Klimawandel von der Nabu-Bundesgeschäftsstelle in Berlin, Nicolai Schaaf. Als wechselwarme Tiere könnten sie jedoch besonders schnell auf steigende Temperaturen reagieren. „Vor allem die Kombination von warmen Temperaturen mit zwischenzeitigen Regenschauern sind ideale Bedingungen“, erläuterte Schaaf. Die frühe Vermehrung der Mücken sei ein Indiz für den Klimawandel.
