HAMBURG - Die deutschen Zuschauer dürfen zwischen drei Kandidaten wählen. Der Vorentscheid ist in der ARD zu sehen.

Von Julia Deppe

HAMBURG - Dieses Jahr soll alles besser werden. Nach der Schlappe Deutschlands beim Eurovision Song Contest 2005 geht man auf Nummer sicher und schickt beim Vorentscheid zum Grand Prix keine Newcomer, sondern ausschließlich „alte Hasen“ ins Rennen.

Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg stellen sich heute Abend Schlager-Star Vicky Leandros, Ex-Modern-Talking-Sänger Thomas Anders und die Country-Band Texas Lightning dem Votum der Zuschauer (20.15 Uhr, ARD). Sie alle buhlen um das Ticket zum Grand-Prix-Finale am 20. Mai in Athen.

Vieles läuft bei der diesjährigen Qualifikationsrunde anders. So hat der zuständige Norddeutsche Rundfunk die Zahl der Kandidaten auf drei reduziert; eine Jury der ARD-Unterhaltungschefs wählte sie aus.

Thomas Anders (43) setzt mit „Songs That Live Forever“ auf eine Schmuseballade. Vicky Leandros (53), die 1972 schon mal den Grand Prix für Luxemburg gewann, will es mit der Ballade „Don’t Break My Heart“ noch einmal wissen. Die Band Texas Lightning ist vor allem durch Schlagzeuger Olli Dittrich (49) alias „Dittsche“ bekannt. Sie bringt den Country-Song „No No Never“ zu Gehör. Eine Blitzumfrage ergab einen deutlichen Vorsprung der gebürtigen Griechin Leandros. Als „Bonbon“ werden die Kandidaten beim Vorentscheid zusätzlich einen Grand-Prix-Klassiker zum Besten geben.

Deutschlands einzige Grand-Prix-Siegerin Nicole ist skeptisch: „Mir gefällt nicht, dass nur noch drei gestandene Künstler antreten. Die Chance für junge Sänger ist damit gestorben. Ob das den Zuschauern gefällt?“ Pop-Produzent Dieter Bohlen lehnt sich noch weiter aus dem Fenster: „Im internationalen Vergleich haben die alle keine Chance.“