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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Nach Razzien Im Nordwesten: Mitglieder eines Bordell-Rings müssen in Haft

04.06.2020

Hanau Sie wurden ausgebeutet, als rechtlose Sex-Arbeiterinnen unter Druck gesetzt und wer nicht spurte, der musste als Strafe auch mal Hunger leiden. Die Prostituierten aus Fernost hofften auf ein besseres Leben in Deutschland und viel Geld beim Geschäft mit der Lust. Doch sie hatten in den Etablissements ein hartes Leben. Am Mittwoch wurden im Langzeit-Prozess gegen fünf Mitglieder eines bundesweit agierenden Bordellrings mit Transsexuellen und Frauen aus Thailand die Urteile gesprochen.

Gegen die Hauptangeklagte, eine 61 Jahre alte Frau aus Thailand, verhängte das Landgericht Hanau am Mittwoch acht Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe. Ihr Partner, ein 61 Jahre alter Deutscher, wurde zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Strafen zwischen drei Jahren und zwei Jahren auf Bewährung. Strafmildernd wirkten sich die Geständnisse von allen aus.

Lesen Sie auch: Schlag gegen Thai-Bordelle – Auch Haus in Oldenburg durchsucht (Artikel vom 19.4.18)

In dem im Sommer 2019 begonnenen Prozess ging es unter anderem um Menschenhandel, Einschleusung, Ausbeutung von Prostituierten, Zuhälterei, Zwangsprostitution und Steuerhinterziehung.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt warf den Angeklagten vor, über Jahre vor allem Transsexuelle aus Thailand mit erschlichenen Touristenvisa nach Deutschland eingeschleust zu haben. Ziel sei gewesen, sie als Prostituierte auszubeuten. Die Transsexuellen, sogenannte Ladyboys, wurden als Mann geboren und leben als Frau.

An dem Prozess hatten sich vier Transsexuelle als Nebenklägerinnen beteiligt. Eines der Opfer hatte berichtet, dass sie mit harter Hand geführt worden sei und zeitweilig rund um die Uhr für Sex zur Verfügung habe stehen müssen. Die Prostituierten wurden in Thailand über das Internet angeworben, wie der Vorsitzende Richter Andreas Weiß im Urteil schilderte. Ihnen sei bewusst gewesen, dass sie in Deutschland anschaffen gehen würden.

Doch die Arbeitsbedingungen seien keinesfalls klar gewesen. So mussten sie nach ihrer Ankunft in Deutschland erst mal Reise-, Werbe- und Visakosten in Höhe von 15 000 bis 20 000 Euro abarbeiten. In dieser Zeit seien sie völlig mittellos gewesen. Zudem mussten sie danach die Hälfte ihres Lohns abgeben - für weitere Unkosten in den Bordellen. Dinge des täglichen Bedarfs wie Hygieneartikel mussten dort zu überteuerten Preisen gekauft wurden. Dass sie sich frei bewegen durften und allein das Bordell verlassen durften, war eher die Ausnahme.

Das Netzwerk flog bei einer Großrazzia auf. Am 18. April 2018 hatten mehr als 1500 Bundespolizisten insgesamt 62 Bordelle, Wohnungen und Büros in zwölf Bundesländern durchsucht. Die Schwerpunkte lagen in NRW (17 Objekte), Hessen (10), Baden-Württemberg (9) und Niedersachsen (9). Unter anderem waren in Delmenhorst, Bremen und im Oldenburger Osten Beamte im Einsatz. An der Holler Landstraße wurde damals ein Gebäude durchsucht.

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