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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Corona-Krise: Schwere Zeiten für Schausteller

08.04.2020

Hannover Kein Autoscooter, keine gebrannten Mandeln: Für die Schausteller im Norden fällt der Saisonauftakt wegen der Corona-Pandemie aus. Die Aussichten für die kommenden Monate sind ungewiss. „Für viele Betriebe ist das existenzgefährdend“, sagte Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbands Bremen, der Nachrichtenagentur dpa. Eigentlich hätte Robrahn mit seinen Imbissbuden seit vergangenem Wochenende auf der Bremer Osterwiese stehen wollen – doch sie fällt aus.

In Hannover sollte am Karsamstag das Frühlingsfest beginnen, das sonst bis zu 700 000 Menschen anzieht – ebenfalls abgesagt. „Das ist eine unsichere Zeit. Viele Familienbetriebe haben Existenzangst“, sagte Harald Müller, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Volksfeste Hannover. Müllers Tiroler Festzelt und Mandelwagen haben Ruhe, seine Kinderkarussells, von den Söhnen in achter Generation betrieben, stehen still. „Das ist das erste Ostern, an dem wir im Garten Eier suchen werden“, sagte Müller.

Für die Schausteller aus Hannover hätten danach das Schützenfest in Wolfsburg angestanden sowie Pfingstmärkte in kleineren Orten wie Lengede oder Herzberg. „Die wurden schon alle abgesagt“, sagte Müller. „Jetzt sind wir in Lauerstellung, was mit dem Schützenfest in Hannover wird.“ Nach Angaben einer Stadtsprecherin ist noch nicht entschieden, ob das Fest ab dem 3. Juli stattfinden kann.

Rund um Bremen wäre die Frühjahrstour mit Jahrmärkten in Delmenhorst, Bremerhaven und Cuxhaven weitergegangen. „Das muss einfach mal durchlebt werden mit diesen Einschränkungen“, sagte Robrahn. Er fordert für sich und seine Kollegen aber auch Klarheit, wann und wie sie weiterarbeiten können.

Der wirtschaftliche Schaden: „Das sind keine Umsatzeinbußen. Das ist ein Totalausfall“, klagte Robrahn. Nach dem Winter hätten die Betriebe keine Rücklagen. Zwei oder drei Monate könne man überbrücken – „das war’s dann“. Die staatlichen Hilfen reichten nicht. Müller berichtete, dass seine Saisonarbeitskräfte kein Kurzarbeitergeld bekommen.

Ursprünglich hatten die Schausteller noch Pläne gemacht, wie die Feste unter den Bedingungen des Seuchenschutzes stattfinden können. „Die Pläne liegen in der Schublade.“ In der Zwangspause engagieren sich viele Schausteller ehrenamtlich. In Bremen haben sie ein Zelt als Suppenküche für Obdachlose errichtet. In Hannover planen die Schausteller Aktionen für den Ostersamstag, den Eröffnungstag des Frühlingsfestes. „Das sind so kleine Lichtpunkte, die wir setzen, damit die Leute uns nicht vergessen“, sagte Müller.

In Deutschland betreiben nach Verbandsangaben mehr als 5000 Schaustellerunternehmen über 12 300 Geschäfte. Auf den Volksfesten werden jährlich etwa 4,75 Milliarden Euro umgesetzt.

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