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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Riesenzecke erobert den Norden

28.08.2019

Hannover Eine tropische Riesenzecke könnte auch hierzulande heimisch werden: Die Hyalomma-Zecke breitet sich in Deutschland aus, auch in Niedersachsen häufen sich die Funde. Allein bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München sind bereits mehr als 60 Tiere eingesendet worden, davon mehrere aus Niedersachsen. Im vergangenen Jahr war es nur eine in Niedersachsen.

Im Juli war zudem ein Pferdebesitzer aus der Nähe von Siegen von einer Hyalomma gebissen worden – und wurde dabei wohl mit Zecken-Fleckfieber infiziert. Das ist eine neue Qualität bei dem Tier mit den bunten Beinen, das 2007 erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde.

Die Zahlen lassen darauf schließen, dass das aus den trockenen Regionen Afrikas und Asiens stammende und wahrscheinlich von Zugvögeln nach Norden getragene Tier hierzulande erfolgreich überwintert hat. „Wir müssen nun beobachten, ob sich das Tier fest etabliert“, sagt Zeckenexperte Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. Aktuell herrsche in Niedersachsen ein Wetter, „bei dem sich die Hyalomma wohlfühlt“.

Die Hyalomma ist ein aktiver Jäger: Sie kann sehen, riechen, und bis zu hundert Meter hinter ihrem Opfer herlaufen. Die Bisse sind schmerzhaft, sodass die Betroffenen den Angriff bemerken und zum Arzt gehen können, der Fleckfieber behandeln kann. Da das ebenfalls von Hyalomma übertragene Krim-Kongo-Fieber hierzulande noch nicht nachgewiesen wurde, ist die Gefahr also überschaubar.

Gefährlicher und häufiger ist derzeit der heimische Holzbock, der manchmal die für den Menschen gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) überträgt. Allein im Landkreis Emsland, der im Februar erstmalig als Deutschlands nördlichstes Risikogebiet ausgewiesen wurde, wurden in 2019 bisher drei bestätigte FSME-Fälle gemeldet. „Wir verfolgen vier weitere wahrscheinliche FSME-Fälle“, sagt Monazahian: zwei im Emsland, einer in der Stadt Osnabrück, einer in der Region Hannover. Da die FSME teilweise wie eine leichte Sommergrippe verläuft, gebe es eine hohe Dunkelziffer.

Bundesweit wurden bis zum 21. August 275 FSME-Fälle bundesweit gemeldet, die meisten in Bayern und Baden-Württemberg. 2018 gab es in Niedersachsen acht bestätigte FSME-Erkrankungen.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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