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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Hausfrau verschweigt Millionen

22.10.2011

KREFELD Eine Hausfrau vom Niederrhein ist zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil sie dem Fiskus ein Millionenvermögen in Liechtenstein verschwiegen hat. Das Krefelder Landgericht sprach die 54-Jährige am Freitag wegen Steuerhinterziehung schuldig. Die Frau hatte 2006 beim Tod ihres Lebensgefährten den Löwenanteil von dessen Vermögen im Wert von 3,5 Millionen Euro geerbt, das dieser in einer Stiftung in Liechtenstein versteckt hatte. Dabei wurden mehr als 1,1 Millionen Euro Erbschaftssteuer fällig. Die Erbschaft wurde dem Finanzamt aber nicht gemeldet.

Als der deutsche Staat dann eine CD mit gestohlenen Bankdaten der LGT-Bank in Vaduz aufkaufte, wurde dies nicht nur dem damaligen Postchef Klaus Zumwinkel zum Verhängnis. Auch der unvermutete Reichtum der Hausfrau aus der Nähe von Mönchengladbach flog auf.

Im Alter von 31 Jahren hatte die Arbeitslose auf eine Annonce hin bei einem doppelt so alten Stahlmanager im Ruhestand als Reisebegleiterin angeheuert. Aus der Begleitung wurde eine Beziehung. Was ihren Lebensgefährten, einen US-Bürger mit Wohnsitz bei Düsseldorf, bewogen hat, sein Schwarzgeldversteck Wobble-Stiftung zu nennen, ist nicht überliefert. Wobble steht im Englischen für Herumeiern und Schwanken.

Jedenfalls brachte jene Stiftung der heute 54-Jährigen im Mai 2008 eine Festnahme im Morgengrauen, zwei Wochen Untersuchungshaft, einen Platz auf der Anklagebank und einen jahrelangen juristischen Eiertanz ein, der ihr gesundheitlich mächtig zusetzte. Mit der Bewährungsstrafe fand dieser für die Hausfrau am Freitag zumindest strafrechtlich ein Ende, denn das Urteil ist rechtskräftig. Obwohl der Bundesgerichtshof beim Hinterziehen von mehr als einer Million Euro Steuern eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung verlangt, machte das Gericht unter Vorsitz von Richter Herbert Luczak für die 54-Jährige eine Ausnahme.

Schließlich habe die bis dato unbescholtene Frau die Stiftung nicht angelegt und in den vergangenen Jahren alles unternommen, um die Sache erb- und steuerrechtlich zu regeln. Mit den zwei leiblichen Kindern des Managers teilte sie sich nachträglich die verbliebene Summe, die durch falsche Geldanlage weiter schrumpfte.

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