HAVANNA/PORT-AU-PRINCE - Zum zweiten Mal innerhalb von gut einer Woche ist Kuba von einem gewaltigen Hurrikan heimgesucht worden. In der Nacht zum Montag prallte Wirbelsturm „Ike“ mit Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern pro Stunde im Osten der Insel auf Land. Eine Million Menschen wurden auf Kuba in Sicherheit gebracht, unter ihnen auch viele Touristen.
In Haiti, das ebenso wie die Turks- und Caicosinseln, die Dominikanische Republik und Teile der Bahamas von dem Sturm getroffen wurde, stieg die Zahl der Unwetter-Toten weiter an. Wie die Nachrichtenagentur Haiti Press berichtete, ertranken in der Stadt Cabaret rund 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince 47 Menschen. Damit sind in Haiti seit Mitte August durch die Wirbelstürme „Fay“, „Gustav“, „Hanna“ und „Ike“ mindestens 323 Menschen ums Leben gekommen. Zudem gelten zahlreiche Bewohner als verschollen.
Die US-Bundesstaaten Florida und Louisiana stellten sich unterdessen darauf ein, von dem Sturm getroffen zu werden.
Am Montagmorgen erreichte „Ike“ die Küste der kubanischen Provinz Holguin. Nach Berichten von Radiosendern schlugen mehr als sieben Meter hohe Wellen an Land. Das Meerwasser drang bis tief in die Stadt Gibara ein. Der Sturm schwächte sich über Land ab und war im Laufe des Tages noch als Hurrikan der Stufe zwei mit Windgeschwindigkeiten von 155 Stundenkilometern unterwegs. Dennoch galt er weiter als gefährlich.
In elf der 13 Provinzen Kubas herrschte höchste Alarmstufe. Betroffen war auch die Urlaubsregion um Varadero. Reiseveranstalter TUI sagte Insel-Rundreisen ab. Auch mussten einige Gäste deutscher Reiseveranstalter ihre Unterkünfte wechseln. Sie seien nun in sichereren Hotels untergebracht, hieß es am Montag bei der Rewe-Pauschaltouristik in Köln und bei Thomas Cook Deutschland in Oberursel (Hessen). Betroffen seien aber jeweils nur wenige Gäste auf der Karibikinsel.
Allerdings wurden die für diesen Dienstag vorgesehenen Flüge von Berlin und Frankfurt/Main nach Varadero mit den Flugnummern DE 2188 und LT 1612 auf Mittwoch verschoben, teilte die TUI am Montagabend in Hannover mit.
Derweil bildete sich im Pazifik vor der Küste Mexikos der Tropensturm „Lowel“. Den Berechnungen des amerikanischen Hurrikanzentrums in Miami zufolge wird er am Mittwoch auf den Süden der mexikanischen Halbinsel Baja California (Niederkalifornien) zusteuern.
