HEILBRONN - HEILBRONN/DPA - Polizisten aus ganz Baden-Württemberg wollen an diesem Montag mit einem Trauerzug in Böblingen ihrer in Heilbronn ermordeten jungen Kollegin die letzte Ehre erweisen. Die 22 Jahre alte Beamtin war seit anderthalb Jahren bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Einsatz. Die Polizistin und ihr 24 Jahre alter Kollege waren am vergangenen Mittwoch auf dem städtischen Festplatz Theresienwiese wahrscheinlich aus nächster Nähe mit Kopfschüssen niedergestreckt worden. Dienstwaffen und Handschellen der Opfer fehlten. Der Zustand des 24-Jährigen sei nach wie vor kritisch. Er liegt mit einer schweren Kopfwunde im Koma.

Die Polizei geht mehr als 300 Hinweisen nach. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Nur ein Bereich davon sei die organisierte Kriminalität, konkret die Rauschgiftszene. „Aber eigentlich wissen wir noch gar nichts.“ Viel versprechen sich die Ermittler von der Aussetzung einer Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Privatleute haben dafür 15 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die auf mehr als 40 Beamte aufgestockte Sonderkommission „Parkplatz“ erhofft sich vor allem Hinweise auf den blutverschmierten Mann, der in der Nähe des Tatorts am Mittwoch von einem Zeugen gesehen wurde.