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NWZonline.de Nachrichten Panorama

FLUTKATASTROPHE: Helfer stemmen sich gegen Wassermassen

24.08.2005

MÜNCHEN/WIEN/GENF/DPA - Flutkatastrophe in der Alpenregion: Hochwasser mit Rekordständen, Erdrutschen sowie Schlammlawinen hat am Dienstag ganze Regionen in Südbayern, Österreich und der Schweiz unter Wasser gesetzt und mehrere Menschen getötet. Vielerorts mussten Bewohner in Lebensgefahr mit Booten und Hubschraubern gerettet werden. Urlaubshotels wurden evakuiert. Helfer kämpften mit Sandsäcken gegen die Wassermassen. Unkontrollierbare Flüsse und Bäche machten Straßen unpassierbar. Bahnlinien – besonders in Bayern und Österreich – wurden gesperrt. Teilweise fiel die Strom- und Wasserversorgung aus. Das ganze Ausmaß der Schäden war am Abend noch nicht abzusehen.

Die heftigsten Regenfälle seit Jahren hatten schon in den vergangenen Tagen mehrere Unwettertote gefordert, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Katastrophenalarm herrschte in Kempten, Augsburg, Penzberg im Landkreis Weilheim-Schongau sowie in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen. In Augsburg drohte eine Autobahnbrücke einzustürzen. Die Autobahn 8 München-Stuttgart wurde deshalb gesperrt. Hunderte Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Rotem Kreuz und Polizei waren im Einsatz.

Allein im Landkreis Garmisch-Partenkirchen standen hunderte Keller unter Wasser, die Autobahn 95 München-Garmisch war ab Sindelsdorf wegen Überflutung gesperrt. „In Garmisch sind wir in einer Chaos-Phase“, sagte Polizeisprecher Bernd Putzer. Selbst Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten, zu der Gemeinde am Fuß der Zugspitze vorzudringen. Im nahe gelegenen Eschenlohe brach auf einer Länge von 50 Metern ein Damm. Hunderte Helfer versuchten mit Sandsäcken, die Fluten einzudämmen.

In Kempten übertraf die Iller nach Angaben der Polizei mit einem Wasserstand von 6,32 Metern den Pegelstand des verheerenden Pfingsthochwassers von 1999 deutlich. Zahlreiche Bundes- und Kreisstraßen standen im Allgäu und Nordschwaben unter Wasser und wurden gesperrt. In Neu-Ulm evakuierte das Bayerische Rote Kreuz wegen Überschwemmungsgefahr eine Klinik mit 240 Betten.

Teilweise fielen binnen 24 Stunden zwischen 100 und 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Auf der Mindelheimer Hütte im Allgäu maß der Wetterdienst Meteomedia rekordverdächtige 217 Liter, in Oberstaufen waren es 148 Liter und in Garmisch-Partenkirchen 105 Liter.

Im Österreich waren zahlreiche Orte im Westen Tirols und Vorarlbergs von der Außenwelt abgeschnitten. Durch Murenabgänge wurde die Telefonverbindung nach Vorarlberg unterbrochen. Rettungshubschrauber flogen ununterbrochen Einsätze. In Längenfeld im Ötztal wurde ein Mann durch eine Steinlawine getötet.

Während sich in der Schweizer Hauptstadt Bern viele Menschen nur noch mit Booten fortbewegen konnten, wurden in Luzern historische Gebäude mit Mauern und Sandsäcken vor den Fluten des ständig steigenden Vierwaldstätter Sees geschützt. Tausende Bewohner wurden in Sicherheit gebracht.

Nach anhaltend starkem Regen ist auch in Sachsen eine erste Hochwasserwarnung herausgegeben worden. Sie gilt für das Einzugsgebiet Mulde im Raum Chemnitz.

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