HILVERSUM/MüNCHEN - Ungeplante Dramatik bei der Pro-7-Show „The Next Uri Geller“ am Dienstagabend: Die 26-jährige Nachwuchs-Magierin Amila ließ sich in einem Tank einschließen, der langsam voll Wasser lief. Als sie sich nach zwei Versuchen, den Code zum Öffnen des Zahlenschlosses zu knacken, nicht aus ihrem gläsernen Gefängnis befreien konnte, wurde es bedrohlich. Ein Pro-7-Mitarbeiter musste das Schloss mit einem Bolzenschneider öffnen, um die Frau zu retten.

Zunächst begann die Show, die live aus dem niederländischen Hilversum übertragen und von mehr als 1,8 Millionen TV-Zuschauern verfolgt wurde, wie vorgesehen. Der Komiker Simon Gosejohann musste den Code des Zahlenschlosses einstellen. Eine Assistentin schrieb die vierstellige Ziffernkombination auf einen Zettel, den sie in einen Umschlag steckte, während Schauspielerin Mariella Ahrens der Mentalistin Amila die Augen zuhielt. Gosejohann fragte noch spöttisch: „Willst Du wirklich in dieses Dixi-Klo einsteigen?“

Amila wurde in das Gefäß gelassen. Gosejohann musste seine Hand auf die Scheibe des Glaszylinders drücken und fest an die Nummernkombination denken. Amila notierte auf ihrem Zettel die Ziffernfolge 1932, mit der Mariella Ahrens das Schloss öffnen sollte. Doch die Kombination stimmte nicht. Auch ein zweiter Versuch scheiterte. Schließlich verschwand die Mentalistin komplett unter Wasser – bis der Aufnahmeleiter herbeigeeilt kam.

Gosejohanns Zahlenkombination lautete 1963, wie sich herausstellte. „Ganz klar: James Bond, Goldfinger, 1963 – daran habe ich gedacht“, sagte er. Tatsächlich kam „Goldfinger“ erst 1964 in die Kinos. Warum der Trick der jungen Magierin fehlschlug, blieb ungeklärt. Eine Pro-7-Sprecherin erklärte am Mittwoch, dass trotz der dramatischen Situation keine Lebensgefahr für Amila bestanden habe. „Für die Sicherheit der Kandidatin wurde Sorge getragen“, sagte die Sprecherin.

Ein ähnlicher Vorfall hatte zu Beginn der 70er Jahre im deutschen Fernsehen schon einmal für Aufregung gesorgt: In Vivi Bachs und Dietmar Schönherrs ZDF-Show „Wünsch Dir was“ war ein mit einer Familie besetztes Auto in ein Wasserbassin hinuntergelassen worden. Unter Wasser sollten alle das Fahrzeug verlassen. Eine Frau musste aber von einem Taucher befreit werden.