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37-Jähriger findet Sprengsatz in Wohnung
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Aktualisiert vor 3 Minuten.

Großeinsatz In Friesoythe
37-Jähriger findet Sprengsatz in Wohnung

NWZonline.de Nachrichten Panorama

Dieses Bild veränderte den Vietnamkrieg

01.02.2018

Ho-Chi-Minh-Stadt Es gibt von der Szene auch einen Film. Anfangs sieht alles nach Alltag aus, irgendein Tag im Vietnam-Krieg, auf den Straßen von Saigon. Ein schmächtiger Mann in kurzer Hose und kariertem Hemd, barfuß, die Hände hinter dem Rücken in Handschellen. Er wird von Soldaten durch die Stadt geführt. Von rechts kommt noch ein Mann ins Bild. Er wedelt mit einem Revolver, verschafft sich Platz. Dann stellt er sich neben den anderen, streckt den rechten Arm und schießt ihm in den Kopf. Einfach so.

Das ist der Moment, in dem der US-Fotograf Eddie Adams auch auf den Auslöser drückt. Auf diese Weise entstand vor genau 50 Jahren, am 1. Februar 1968, eines der berühmtesten Bilder der Kriegsfotografie – wie ein Mann in Zivil von einem Militär erschossen wird. Man kann auch sagen: hingerichtet. Es ist ein brutales Bild und auch ein zutiefst menschliches. Man kriegt es kaum aus dem Kopf. Viele sind der Meinung, dass es den Lauf des Krieges verändert hat.

Der Mann im Karohemd hieß Nguyen Van Lem. Er war Mitte 30, verheiratet, ein Guerilla der kommunistischen Vietcong, die in dem geteilten Land unter Ho Tschi Minh gegen Südvietnam und damit auch gegen die USA kämpften.

Auch in Saigon wurde schwer gekämpft. Lem war mittendrin. Er soll, genau weiß man das bis heute nicht, einer Todesschwadron angehört haben, die es auf südvietnamesische Polizisten und ihre Familien abgesehen hatte. Angeblich wurde er an jenem Morgen in der Nähe eines Massengrabs mit 34 Leichen verhaftet. Der australische Kameramann Neil Davis berichtete später, dass Lem auch Freunde von Saigons Polizeichef Nguyen Ngoc Loan ermordet habe.

Loan war der Mann mit dem Revolver. Ein General von 37 Jahren, ehemaliger Pilot, Studienfreund von Südvietnams Ministerpräsident. Er behauptete später, dass Lem die Familie eines seiner Offiziere getötet habe. Das passt zur Darstellung des Australiers. Ob es stimmt, wird man wohl nie erfahren.

Die Szene wurde von Kriegsreportern verfolgt. Manche sagen, dass Loan den Vietcong ansonsten nie erschossen hätte. Die Aufnahmen, die der Kameramann Vo Suu für den amerikanischen Fernsehsender NBC drehte, kann sich heute jeder auf YouTube anschauen.

Viel mehr Wirkung als die Fernsehbilder hatte jedoch das Foto, das Adams machte. Der Amerikaner, seinerzeit 34, war für die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) im Einsatz. Das Foto hatten in den Tagen danach alle großen US-Zeitungen und auch viele Blätter im Rest der Welt auf dem Titel. Viele sahen sich durch das Bild in der Einschätzung bestätigt, dass die USA in Vietnam die falschen Leute unterstützten. Die amerikanische Politik geriet zunehmend in die Defensive.

Das Bild wurde Pressefoto des Jahres. Adams bekam dafür den Pulitzer-Preis, Amerikas wichtigste Auszeichnung für Journalisten. Das Magazin „Time“ nahm es auf die Liste der wichtigsten 100 Fotos aller Zeiten. Trotzdem erzählte Adams später immer wieder, dass er die Aufnahme bereue. Das Bild sei aus dem Kontext gerissen worden, nur eine „Halbwahrheit“. „Der General hat den Vietcong getötet. Und ich habe mit meiner Kamera den General umgebracht.“

Loan, schwer verwundet, floh 1975 nach dem Abzug der US-Truppen in die Vereinigten Staaten. 1998 starb er mit 67 Jahren an Krebs.

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