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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Hollywood liebt die „Palme des Nordens“

01.11.2013

New York /Los Angeles Das „Rezept der Woche“ des „Wall Street Journal“, eine der führenden US-Tageszeitungen, verlangt nach getoasteten Mandeln, Romano-Käse und: Grünkohl. Das ergibt dann einen „leichten, einfachen, puren Salat“, schwärmt Edel-Koch David Myers aus Los Angeles. Dass er das norddeutsche Traditionsgemüse ausgewählt hat, ist kein Zufall.

Auch Hollywood, stets auf Form und Figur bedacht, hat die dunkelgrünen Blätter als Trendgemüse entdeckt. US-Schauspielerin Jennifer Aniston (linkes Bild) brachte sich mit Grünkohl für ihren Film „Wir sind die Millers“ in Form. Gwyneth Paltrow (rechtes Bild) rät schon beim Frühstück zu Grünkohlsaft. Schauspielerin Jessica Alba reicht ihren Kindern die grünen Blätter.

Doch das ist nur eine Seite des Grünkohl-Fiebers in den USA. Gehört die „Palme des Nordens“ vor allem in Norddeutschland, in den Regionen um Oldenburg, Bremen und Hamburg, in Kombination mit Kassler oder Mettwürsten fest zur Speise-Kultur, so hat sich der Kohl unter dem Begriff „Kale“ mittlerweile quer durch die USA fest etabliert. New Yorker Bio-Läden bieten kalorienbewusst produzierte Grünkohl-Chips an, die wegen ihres hohen Vitamin A- und C-Gehalts sehr gesundheitsfördernd seien. In den Szene-Cafes Kaliforniens schlürfen Kunden Grünkohl-Smoothie. Und weil man weiß, dass US-Präsident Barack Obama und seine Familie sehr auf gesunde Ernährung achten und einen eigenen Gemüsegarten hegen, will die Bürgerbewegung „change.org“ jetzt mit einer Petition erreichen, dass der 2. Oktober zum „National Kale Day“, dem nationalen Grünkohl-Feiertag, ernannt wird.

Der Grünkohl verdankt diese unerwartete Prominenz vor allem einem Umstand: Dem Erfolgsbuch „50 Shades of Kale“ des New Yorker Autoren Drew Ramsey. Der Psychiatrie-Professor an der Columbia-Universität gab zu, einigen seiner Patienten als Therapie eine Grünkohl-Diät verschrieben zu haben. Co-Autorin Jennifer Iserloh spricht in einem „Kale-rotica“-Beitrag sogar davon, sich nachts in eine Grünkohl-Pflanze verliebt zu haben.

So weit muss man ja nicht gleich gehen. Aber auch der Künstler Bo Muller-More aus dem US-Bundesstaat Vermont vertreibt aus Sympathie mit dem Gemüse T-Shirts mit dem Aufdruck „Eat more Kale“ („Esst mehr Grünkohl“). Die „New York Times“ berichtete kürzlich, dass selbst ein prominenter DJ in den Nachtclubs des „Big Apple“ für Grünkohl Werbung mache und sage: Erst durch einen Grünkohl-Salat auf der Speisekarte sei heutzutage ein Restaurant „angesagt“.

Allein in der „New York Times“ erschienen in den letzten Monaten mehr als 60 Grünkohl-Rezepte. Dabei geht es erfinderisch zu: Grünkohl mit geschmorten, scharf gewürzten Rippchen oder gefüllter Grünkohl in Tomaten-Sud, sind dort zu finden. Nun ja, nach den traditionellen Zutaten Kassler oder Mettwürstchen sucht man in den USA meist vergeblich. Fragt sich nur, wie lange noch.

Friedemann Diederichs Korrespondentenbüro Washington
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