HOUSTON - Sie gilt als warmherzig, humorvoll – und kämpferisch: Mit eisernem Willen macht die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die im Januar bei einem Attentat schwer verletzt worden war, ihre Reha-Übungen in einer Klinik in Houston. Jetzt hat die 40-Jährige ein großes Ziel erreicht. Sie durfte – in Begleitung ihrer Ärzte – zum Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida reisen. Dort wollte sie am späten Freitagabend deutscher Zeit den letzten Start der Raumfähre „Endeavour“, deren Kommandant Giffords Mann Mark Kelly ist, beobachten. Doch daraus wurde nichts. Wegen technischer Probleme mit Heizeinheiten wurde der Flug von der Nasa abgesagt. Ein nächster Versuch kann nicht vor Montag unternommen werden.

Die vielen Schaulustigen hätten Gabrielle Giffords am Freitag ohnehin nicht zu Gesicht bekommen. Sie wurde vor neugierigen Blicken abgeschirmt. Amerikanische Medien veröffentlichten allerdings ein Video, das sie beim Reiseantritt zeigen soll: Aus weiter Entfernung ist darauf ein Mensch zu sehen, der mühsam die Treppen eines Flugzeuges erklimmt.

Ein offenbar geistig verwirrter 22-Jähriger hatte der Abgeordneten zu Jahresbeginn vor einem Supermarkt in Arizona, wo Giffords eine Bürgersprechstunde abhielt, aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. Bei dem Attentat starben sechs Menschen.

Der 40-Jährigen ist der Kontakt zu den Menschen in ihrem Wahlkreis enorm wichtig. Kaum ein Wochenende verging bis zu dem Attentat, an dem die begeisterte Motorradfahrerin nicht aus Washington nach Arizona heimgeflogen ist, um Kontakte zu pflegen. Nun versucht sie, Schritt für Schritt ins Leben zurückzukommen. Seine Ehefrau habe sich sehr auf die Reise nach Cape Canaveral gefreut und dafür sehr hart während ihrer Reha gearbeitet, berichtete Kelly vor einigen Tagen.