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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Weihnachtspost: Nikolaus arbeitet im Homeoffice

28.11.2020

Im Norden Hubert Weddehage lässt sich von der Pandemie nicht unterkriegen. Seit 50 Jahren sorgt er dafür, dass Kinder, die ihre aufwendig verzierten Briefe und Wunschzettel „An den Nikolaus in 49681 Nikolausdorf“ schreiben, eine liebevolle Antwort bekommen. „Und das wird sich ganz sicher auch in diesem Jahr nicht ändern“, sagt der 67-Jährige.

Mitte der 60er Jahre trudelten die ersten Briefe in dem rund 1100 Einwohner zählenden Dorf in der Gemeinde Garrel im Landkreis Cloppenburg ein. „Die Kinder schrieben einfach so von sich aus, weil unser Ort den Namen des heiligen Nikolaus trägt“, sagt Weddehage. Zunächst beantwortete die damalige Poststellenleiterin die Briefe, später halfen Dorfbewohner und auch die Deutsche Post.

Helfer für den Nikolaus

Sie unterstützt bis heute alle Weihnachtspostämter mit Porto, Briefpapier und zum Teil auch Personal. In Niedersachsen gibt es gleich drei dieser besonderen Postfilialen: Neben Nikolausdorf sind das Himmelpforten bei Stade sowie Himmelsthür, ein Stadtteil von Hildesheim. In den himmlischen Briefkästen liegen jährlich insgesamt rund 90 000 Briefe. Bundesweit sind es noch mehr Weihnachtspostfilialen: Himmelpfort in Brandenburg, im bayerischen Himmelstadt, im saarländischen St. Nikolaus sowie in Engelskirchen in Nordrhein-Westfalen.

In Nikolausdorf beantworten 20 Ehrenamtliche, Senioren und Oberstufenschüler die rund 6000 Briefe der Kinder. „Viele schreiben, dass alle gesund bleiben sollen und es bald einen Impfstoff geben soll“, berichtet Weddehage. „Sie schreiben, dass sie wieder Freunde treffen, ihre Großeltern umarmen, ganz normal zur Schule gehen wollen.“

Vom Weihnachtspostamt Himmelsthür aus beantwortet Jens Osterwald mit elf Postmitarbeiterinnen Zehntausende Briefe. 50 000 waren es im vergangenen Jahr.

Jetzt schnell schreiben

Die Briefe sollten bis spätestens zum 19. Dezember vorliegen, damit Kinder rechtzeitig vor dem Fest eine Antwort erhalten. „Und bitte nicht den Absender vergessen“, erinnert Osterwald.

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