Berlin - Licht aus für den Klimaschutz: In Deutschland ist am Samstagabend in über 240 Orten für eine Stunde die Beleuchtung von Wahrzeichen und bedeutenden Gebäuden abgeschaltet worden. An der „Earth Hour“ beteiligen sich unter anderem Berlin, Leipzig, Köln, München, Bonn, Frankfurt und Hamburg, wie Immo Fischer, Sprecher der Umweltorganisation WWF, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag sagte. Weltweit nahmen über 7.000 Städte in 178 Ländern an der Aktion teil.
Von 20.30 Uhr an lagen öffentliche Gebäude, Wahrzeichen oder Kirchen für eine Stunde im Dunkeln, darunter in Deutschland der Kölner Dom und das Brandenburger Tor. Auch der Pariser Eiffelturms, das Opernhaus in Sydney und das UN-Hauptquartier in New York versanken für eine Stunde im Dunkel. Zudem waren Privatpersonen aufgerufen, als Zeichen für den Klimaschutz das Licht zu löschen.
Die „Earth Hour“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „Für einen lebendigen Planeten“ und sollte daran erinnern, dass viele Tierarten wie Eisbär, Schneeleopard oder Orang-Utan durch den Klimawandel ihre Lebensräume zu verlieren drohen. Der WWF wollte mit der Aktion auch zu dauerhaftem Umweltschutz animieren.
Mit der Aktion sollte Fischer zufolge auch auf das vor rund 100 Tagen geschlossene weltweite Klimaabkommen in Paris aufmerksam gemacht werden. „Das historische Abkommen muss nun mit Leben gefüllt werden“, betonte Fischer. Die Staatengemeinschaft hatte beschlossen, den maximalen Temperaturanstieg im Zuge des Klimawandels auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
Es dürfe nicht bei „Lippenbekenntnissen“ bleiben, fordert der WWF. Um die Klimaziele zu erreichen seien in Deutschland ein zügiger Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und ein ebenso zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien nötig, sagte Fischer.
Der WWF-Sprecher sagte zudem, dass die bereits zum zehnten Mal organisierte „Earth Hour“ zunehmend „an Fahrt gewinnt“. Immer mehr Menschen und Städte beteiligten sich an der Aktion. Während im vergangenem Jahr in Deutschland 227 Orte teilnahmen, waren es in diesem Jahr 241. Fischer betonte, es handle sich um eine symbolische Aktion, mit der das ganze Jahr über zum Energiesparen und zum dauerhaftem Umweltschutz animiert werden soll.
Die „Earth Hour“ hat ihren Ursprung in Sydney. Dort schalteten 2007 erstmals mehrere Hunderttausend Australier gemeinsam das Licht aus.
