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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Urteil: Instinkt wird Hund und Frauchen zum Verhängnis

13.11.2014

Berlin „Der Jagdinstinkt überlagert alles“, da ist sich die Berliner Tierärztin Almut Böttcher sicher. Ihren Terrier Skipper führten die Instinkte tief in einen Dachsbau im Tegeler Forst. Doch die Leine verhakte sich und hielt den Hund gefangen. Es folgte ein kolossaler Einsatz: Denn zu Hilfe für Skipper kamen schließlich 23 Feuerwehrleute. Nachts gruben sie auf 50 Quadratmetern an einem bis zu dreieinhalb Meter tiefen Loch. Fast acht Stunden dauerte die Rettung. „Ich bin superglücklich und super dankbar, dass Skipper gerettet wurde“, sagt das Frauchen.

Über die Rechnung der Feuerwehr war sie allerdings nicht ganz so glücklich. Gut 13 000 Euro sollte Böttcher für den Einsatz zahlen. Zwar sei sie noch in der Nacht über mögliche Kosten informiert worden. Mit einem solchen Ausmaß habe sie aber nicht gerechnet, weshalb die 46-Jährige klagte.

Vor dem Verwaltungsgericht argumentieren sie und ihr Anwalt Christoph Reusch am Mittwoch, dass bei einer besseren Organisation zehn Helfer ausgereicht hätten. Gleichzeitig gegraben hätten zwar tatsächlich immer nur zwei bis drei Feuerwehrleute, sagt auch der damalige Einsatzleiter Jürgen Stumpe. „Nach dreieinhalb Stunden waren die aber ausgepowert. Das war ja Handarbeit.“

Auch die fünf eingesetzten Feuerwehrautos stoßen auf Unverständnis – der Dachsbau habe ja nicht in Flammen gestanden, sagt Anwalt Reusch. Zu löschen gab es zwar nichts, die Feuerwehr benutzt ihre Wagen aber als „Universal-Fahrzeuge“, wie es der Vorsitzende Richter Wilfried Peters beschreibt. In diesem Fall dienten die Fahrzeuge zum Transport und zur Stromproduktion – das Waldstück musste in der Dunkelheit beleuchtet werden, erklärt Einsatzleiter Stumpe.

Die Verhandlung endet mit einem Vergleich. 10 000 Euro muss die Tierärztin für die Rettung ihres Hundes zahlen. Das beklagte Land Berlin will ein Fahrzeug samt Personal weniger berechnen. 5000 Euro übernimmt zudem die Haftpflichtversicherung der Frau.

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