Aachen - Der Linken-Politiker Gregor Gysi hat am Samstag den Karnevalsorden „Wider den tierischen Ernst“ erhalten. Der Aachener Karnevalsverein ehrte ihn für seine Redegewandtheit und klare Haltung. Der 69-jährige Bundestagsabgeordnete trage auch ernste Anliegen humorvoll und pointiert vor und schaffe es wie kaum ein anderer Politiker in Deutschland, Menschen für politische Debatten zu faszinieren, erklärte der Verein.
Der Orden wird seit 1950 jährlich an prominente Persönlichkeiten mit Humor und Menschlichkeit verliehen. Gysi empfindet seinen Ritterschlag als „Anerkennung, dass ich mir einen gewissen Respekt erarbeitet habe“, wie er am Samstag im WDR-Radio sagte.
Der Karnevalsverein erklärte, Gysi sei als 68. Ordensritter im Eurogress Aachen in den Narrenkäfig gestiegen und habe einen „messerscharfen Witz, mit dem er reichlich Pep in ansonsten öde Bundestagsdebatten bringt“. Der langjährige Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag verpacke Kritik am politischen Gegner humorvoll und werde über Parteigrenzen hinweg für sein sprachliches Geschick bewundert, lobte der Präsident des Karnevalsvereins, Werner Pfeil: „Links zu sein und dennoch beliebt bei Konservativen, diese Quadratur des Kreises schafft nur Gregor Gysi.“
Zahlreiche Prominente wurden in den vergangenen Jahren zu Aachener Ordensrittern geschlagen, darunter Kardinal Karl Lehmann (2005), Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (2008) und der Schauspieler Mario Adorf (2009). Tradition hat auch die Ehrung von Politikern, die dann in die Bütt mussten. Die jüngsten „Orden wider den tierischen Ernst“ bekamen die Politiker Cem Özdemir (Grüne, 2013), Christian Lindner (FDP, 2014), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, 2015) und Markus Söder (CSU, 2016) umgehängt.
