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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Tourismus: Gästeansturm an der Nordsee-Küste

27.06.2020

Jever /Hannover Viele Urlauber aus Nordrhein-Westfalen werden sich am Wochenende auf den Weg gen Norden machen, um an der Nordsee ihre Sommerferien zu verbringen. In dem Bundesland war am Freitag – wie in Schleswig-Holstein – letzter Schultag. Damit sind nun sechs Bundesländer in den Sommerferien. Viele Hauptdestinationen in Niedersachsen seien zu 100 Prozent ausgebucht, sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Niedersachsen, Sven Ambrosy. Trotz Corona sieht er die Chance für einen „guten und schönen Sommer“.

Um das zu gewährleisten, appellierte Ambrosy, der auch Landrat des Kreises Friesland ist, an Gäste und Gastgeber, alle geltenden Regeln zum Schutz vor dem Corona-Virus einzuhalten. „Jetzt nur nicht luschig werden und nachlassen.“ Wenn Abstands- oder Hygieneregeln nicht eingehalten würden, „knallt uns das um die Ohren“.

Verbote am Strand

Das Allerschlimmste, was der Tourismuswirtschaft passieren könne, wäre ein coronabedingter Lockdown aufgrund erhöhter Infektionszahlen, warnte Ambrosy. „Das würden viele Betriebe nicht überleben.“ In Niedersachsen und Bremen beginnen die Ferien am 16. Juli. Für Menschen aus den derzeit von einem Corona-Lockdown betroffenen nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf gilt aus Infektionsschutzgründen in Niedersachsen ein Beherbergungsverbot. Die Stadt Cuxhaven teilte zudem mit, dass sie das Verbot auch auf ihren Strand anwendet. Der Verwaltungsausschuss habe die örtliche Politik mit breiter Mehrheit aufgefordert, so den Tourismus aus den beiden Kreisen zu minimieren und die Ansteckungsgefahr zu senken. „Wer gegen die Strandverbote verstößt, muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen“, sagte Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD). 2019 hatten Beherbergungsbetriebe wie Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Campingplätze mehr als 46 Millionen Übernachtungen registriert – mehr als je zuvor. Der Tourismus in Niedersachsen stellt nach Verbandsangaben 293 000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von 20,7 Milliarden Euro. In diesem Jahr werden deutliche Einbußen erwartet.

Baustellen auf Autobahn

Der ADAC befürchtet, dass an diesem Wochenende viele Autofahrten im Stau enden. Als Folge der Corona-Krise würden deutlich mehr Deutsche Autourlaube im eigenen Land beziehungsweise in angrenzenden Nachbarländern und weniger Auslandsreisen per Flugzeug machen. Allerdings sei fraglich, ob die Straßen noch stärker belastet würden als in den Vorjahren. Zu den Top-Staustrecken im Norden zählt der Automobil-Club die A 1 (Bremen-Hamburg-Puttgarden), A 2 (Dortmund- Hannover-Berlin), A 7 (Hamburg-Flensburg und Hamburg-Hannover) und A 24 (Berlin-Hamburg). Auf einigen Strecken dürften Baustellen das Nervenkostüm der Autofahrer auf die Probe stellen.

Das richtige Strandwetter dürfte es am Wochenende noch nicht geben. Nach den heißen Tagen mit Temperaturen um 30 bis 33 Grad wird es am Samstag schwül-warm. Am Sonntag kühlt es weiter ab.

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