Herr Borg, Sie müssen den „Musikantenstadl“ abgeben, weil die Sendung jünger werden soll. Gehen Sie im Zorn?
BorgEs ist eine bittere Pille, die es zu schlucken gilt. Aber ich habe die Kündigung ja nun schon eine Weile in der Tasche. Und die Zuschauer wissen auch schon länger, dass ich gehen muss. Wir werden das Beste daraus machen. Es wird meine Abschiedsshow beim Stadl, aber mit Sicherheit keine Trauerveranstaltung. Die Stimmung will ich mir nicht vermiesen lassen.
Mit welchen Gefühlen gehen Sie in Ihre letzte Sendung?
BorgBesonders emotional und schwierig war die vergangene Sendung im März in Oberwart in Österreich. Meine Kündigung war damals ganz frisch. Am Tag der Sendung wurde der Erfinder des Stadls, Karl Moik, beerdigt, der zwei Tage zuvor gestorben war. Und ausgerechnet als ich am Ende der Sendung dazu etwas sagen und ihm die letzte Ehre erweisen wollte, gab es einen Sendeausfall. Das war eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Im Team haben wir danach gemeinsam Abschied gefeiert. Da sind natürlich auch Tränen geflossen, selbst bei den harten Jungs vom Bühnenbau. Jetzt ist die Sache klar und die Emotionen sind geordnet.
Werden Sie Abschiedsworte finden?
BorgIch bin Sänger mit Herz, Leib und Seele. Deshalb werde ich mich singend verabschieden. Ich sag es mit Musik. Und mit einem Lied, das mich seit 33 Jahren begleitet: Adios Amor. Mit ihm sage ich den Zuschauern Danke. Danach kommen nur noch der Abspann und die Eurovisionsfanfare.
Das klingt ein wenig bitter. . .
BorgNicht wirklich. Dass es der nicht mehr ganz so junge, nicht ganz so große und nicht ganz so schlanke Andy Borg im Fernsehen soweit geschafft hat, ist doch eine schöne Bilanz. Und ein Zeichen, dass es auch Typen braucht im Showgeschäft, die nicht nur mainstream sind. Jung und hip allein, das ist kein Erfolgsrezept. Daran sollten jene, die in den Sendern Verantwortung tragen fürs Fernsehprogramm, auch denken. Gerade ältere Menschen brauchen Sendungen, die für sie ein Stück Heimat sind.
