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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Luftfahrt: Südafrikas Ju 52 fliegt nur noch ein letztes Mal

22.01.2021

Johannesburg /Lemwerder Das Ende ist bitter: Unbeachtet verstaubt der dreimotorige Tiefdecker seit Jahren schon in der Ecke eines Hangars am internationalen Flughafen Johannesburg. Das Wellblech an Rumpf und Flügeln war einst das Markenzeichen der Junkers-Flugzeuge aus Dessau.

Heute gehören flugfähige Exemplare der Ju 52 und ihrer Lizenzbauten zu den seltensten Flugzeugen der Welt – es gibt nur noch eine Handvoll. Südafrikas Wellblechflieger erfreute jahrelang Schaulustige und Passagiere bei Flugshows und Nostalgieflügen. Doch dann kam das Aus. „Hangar Queen“, nennen Piloten solche Flugzeuge, die in ihrem Quartier verrotten. Und nun droht auch dort noch der Rauschschmiss.

Denn der Hangar, in dem die JU 52 steht, gehört der strauchelnden Traditions-Airline South African Airways (SAA) – und deren Überleben in der Post-Corona-Ära gilt als fraglich. „Die Ju 52 wird wahrscheinlich noch ein letztes Mal fliegen – von Johannesburgs OR-Tambo-Flughafen zum unweit gelegenen Rand-Airport; da müsste ich sie dann im Freien abstellen“, seufzt Pilot Flippie Vermeulen bedauernd. Vor fünf Jahren flog er den Tiefdecker zum letzten Mal, sagt der frühere Leiter der mittlerweile aufgelösten historischen Abteilung von SAA. Deren Aktiva gingen an die am Flughafen Rand beheimatete South-African-Airways-Museumsgesellschaft – die zu wenig Hangar-Platz hat.

Probleme mit Reifen

Vermeulen flog den historischen Wellblechflieger mehr oder weniger regelmäßig. „Doch dann gab es zunehmend Probleme mit den Reifen“, sagt der Pilot, der im Laufe seiner Karriere von der einmotorigen Cessna bis zum vierstrahligen Jumbo so ziemlich alles flog, was Flügel hat. Diese Probleme besiegelten die Karriere des Nostalgiefliegers: „Wir mussten die Fliegerei einstellen, weil es keine passenden Reifen gab.“ Zwar wurde noch ein Satz Originalreifen in Deutschland aufgetrieben, doch auch die nutzten sich schnell ab.

„Unsere Luftfahrtbehörde hat einfach nur Angst, alte Flugzeuge wie die Junkers für Nostalgieflüge zuzulassen“, glaubt hingegen der Direktor des SAA-Museums, John Austin-Williams. Zumal ein schwerer Unfall eines solchen Traditionsfliegers in der Schweiz diese Angst noch befeuert hat. Zudem, so muss auch Austin-Williams mit Hinweis auf einen mittlerweile 80 Jahre alten Museums-Mechaniker zugeben, sterbe allmählich auch die Expertise aus, die viele der freiwilligen Helfer in den Wartungshallen des Museums haben.

Auftritte in Filmen

Zuletzt hatte die Junkers im Jahr 2015 einen Auftritt bei einer Flugshow auf dem historischen Rand Airport, der mit seinem Art-Déco-Abfertigungsgebäude einst das SAA-Hauptquartier war. Selbst Hollywood-Stars drehten hier – Hilary Swank und Richard Gere etwa. Auch die Traditionsmaschine spielte oft mit. „In dem Film ,Cry, the Beloved Country‘ oder dem Film ,African Express‘“, so Austin-Williams. Doch der Hollywood-Glanz ist längst Geschichte.

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