Kaiserslautern - Hass und Kränkungen haben ihn über Jahrzehnte tief getroffen. Dann entschließt sich Landschaftsgärtner Bernhard G. laut Ermittlungen zum rücksichtslosen Rachefeldzug gegen seine Kritiker. Er baut tödliche Sprengfallen und ermordet damit Anfang März erst einen Arzt, kurz darauf verletzt er mit einer Explosionsvorrichtung eine Mutter mit Kind. Eine dritte Sprengfalle wird rechtzeitig entdeckt.
„Es ist ein Fall besonderer Gefährlichkeit und Heimtücke“, sagt Oberstaatsanwalt Udo Gehring in Kaiserslautern. Doch G. kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden - er tötete sich selbst.
Der Fall des mordenden Gärtners hält die idyllische Pfalz seit Wochen in Atem. Jetzt präsentierten Polizei und Justiz Einzelheiten – es ist der vorläufige Schlussakt eines Kriminalfalls, der auch erfahrene Ermittler erschaudern lässt. „G. schreckte nicht davor zurück, auch Unbeteiligte zu gefährden“, sagt der Leiter der Sonderkommission, Frank Gautsche. Doch der 59-Jährige ist tot. „Er starb an einer Überdosis Insulin, die er sich selbst verabreicht hatte“, sagt Oberstaatsanwalt Christian Schröder. Die Polizei findet im Haus zwei Kilogramm Schwarzpulver sowie Waffenteile und etwa 60 schrotähnliche Stahlkugeln. Und sie entdeckt ein Notizbuch, in dem G. sechs Namen mit einem roten Kreuz markiert hat. Darunter sind der getötete Arzt und die attackierte Familie.
Die Polizei ermittelt 109 Menschen, die durch Konflikte ins Visier des Gärtners geraten sein könnten. Eine für die Pfalz beispiellose Suche beginnt. Tatsächlich können die Ermittler bei G.s Kunden in Fischbach – einer Nachbargemeinde von Enkenbach-Alsenborn – eine im Holz versteckte Sprengfalle entschärfen. Aber Entwarnung geben sie vorerst nicht.
G. war den Ermittlungen zufolge Einzeltäter. Dass weitere Sprengfallen existieren könnten, schließen die Ermittler nicht aus. „Die Akte ist nicht geschlossen.“
