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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Lebenslange Haft nach Mord an Siebenjähriger

11.11.2017

Karlsruhe Wegen des brutalen Mordes an seiner sieben Jahre alten Stieftochter in Karlsruhe muss ein 29-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht stellte in seinem Urteil am Freitag die besondere Schwere der Schuld fest, sodass eine Prüfung der Bewährung nach 15 Jahren ausgeschlossen ist.

Der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt sprach von einem unbarmherzigen, gefühllosen und menschenverachtenden Tatbild. „Die brutale Tötung eines völlig unschuldigen Kindes, nur um sich an der Mutter zu rächen, ist auch für ein Schwurgericht nicht alltäglich.“

Für die Kammer stand fest, dass der 29-jährige Kameruner am 18. Mai gewaltsam in die Wohnung einer Freundin seiner Frau eingedrungen war. Er habe die Tür eingetreten, die kleine Emilie in den Flur gezerrt und mit acht Messerstichen so schwer verletzt dass sie vier Tage später im Krankenhaus starb.

Das Mädchen war mit den beiden kleinen Kindern der Freundin allein in der Wohnung. Am ersten Verhandlungstag hatte die 38 Jahre alte Mutter in einer bewegenden Aussage berichtet, wie sie ihr schwer verletztes Mädchen vor der Wohnungstür gefunden hatte.

Das Motiv des Mannes war nach Überzeugung des Gerichts Rache. Seine Frau habe sich nach häuslicher Gewalt von ihm trennen wollen und deswegen mit ihrer Tochter bei der Freundin übernachtet. Daraufhin habe der 29-Jährige ihr durch die Tötung eines völlig unschuldigen Kindes größtmöglichen Schmerz zufügen wollen, sagte Schmidt. Das Tatmesser hatte der Mann nach Überzeugung der Kammer trotz gegenteiliger Behauptung mitgebracht. Es ist bis heute verschwunden.

Vor der einstündigen Urteilsberatung der Kammer entschuldigte sich der Angeklagte mit leisen Worten unter Tränen bei der Mutter und dem Vater seines Opfers. „Ich habe einen Fehler gemacht, der nicht wieder gut zu machen ist“, übersetzte sein Dolmetscher aus dem Französischen. „Alles, was ich sagen kann, kann die Tat nicht erklären.“ Racheabsichten wies der Mann zurück. Das anschließende Urteil nahm er äußerlich unbewegt entgegen.

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