Köln/Düsseldorf/Mainz/Rio - Millionen Karnevalfans haben am Rosenmontag mit beißender Satire der Angst vor Anschlägen die Stirn geboten. Bei den großen Umzügen in Köln, Düsseldorf und Mainz gab es Schunkellieder, Prunkwagen und Kamelle, das Thema Terror wurde nicht ausgespart. „Man geht mit einem anderen Gefühl hin. Aber wir lassen uns den Spaß nicht verderben“, sagte der 19-jährige Lukas in Mainz. In Düsseldorf stand auf einem der Wagen „Terror hat nichts mit Religion zu tun“.
In allen drei rheinischen Hochburgen gab es bis zum Ende der Züge am Abend keine größeren Zwischenfälle. Die Polizeibehörden zogen erleichtert Bilanz. „Bislang sind wir sehr zufrieden mit den Karnevalisten, die hier den närrischen Höhepunkt genießen“, erklärte der Düsseldorfer Einsatzleiter Harald Wilke.
Sie lasse sich die Freude am Straßenkarneval durch Angst vor islamistischem Terror nicht nehmen, sagte eine als Clown verkleidete Frau in Köln. „Aber ich bin schon froh, wenn meine Kinder und ich heute Abend wieder gut zu Hause sind.“
Im Düsseldorfer Zug griffen mehrere Motivwagen das Thema Terror auf. Die Terror-Miliz IS und Al-Kaida traten zum „Terror-Wettkampf“ im Armdrücken an. Aber auch das Flüchtlingsproblem auf dem Mittelmeer sowie der Satire-Klassiker „Kirche“ wurden thematisiert.
In Rio hatte der Karneval bereits seinen Höhepunkt erreicht. Am Zuckerhut ist zwar Sommer, aber es regnete in der Nacht zum Rosenmontag. Tausende Tänzer, Trommler und leichtbekleidete Samba-Queens zogen trotzdem durch Rios legendäres Sambódromo. An der Copacabana feierten Narren bis tief in die Nacht den „Carnaval“.
