Innsbruck - Es war eine Frage der Musikantenehre: Die Kastelruther Spatzen haben nach Betrugsvorwürfen um ihren Ruf gesungen. Die Südtiroler Volksmusiker traten am Sonnabend im ARD-„Musikantenstadl“ den Beweis an, dass sie live spielen können, auch wenn auf CDs Studiomusiker zu hören sind. Ganz entspannt wirkten die sieben Spatzen nicht, als sie in der Innsbrucker Olympiahalle ihr Lied „Leben und leben lassen“ anstimmten. Doch unter dem Jubel tauten sie auf und geben noch ihren Hit „Eine weiße Rose“ zum Besten.
Dass ein Spatz den anderen manchmal doch verpfeift, hatte der ehemalige Produzent der Band, Walter Widemair, vergangene Woche bewiesen, als er der Gruppe Betrug vorwarf. Sänger Norbert Rier werde auf weiten Teilen der Platten von Studiomusikern statt von den echten Spatzen begleitet. Band und Plattenfirma hatten dies als gängige Praxis bestätigt.
„Wir haben in letzter Zeit wahnsinnig viel durchgemacht“, sagte Rier (42) in der ARD-Sendung, die auch in Österreich und der Schweiz ausgestrahlt wurde. Die Kastelruther hatten darauf bestanden, ohne Musik vom Band – wie bei derartigen Sendungen eigentlich üblich – aufzutreten und alles selbst zu machen.
