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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Striptease an Autobahn – war das Kunst?

05.12.2018

Kaufbeuren Mit durchsichtigem Shirt, Minirock und ohne Unterwäsche hat sich Schauspielerin Antje Mönning auf einem Parkplatz vor drei Männern geräkelt – und ist deswegen auf der Anklagebank im Amtsgericht Kaufbeuren gelandet. Dort musste sich die 41-Jährige am Dienstag wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten. „Ich kann nicht glauben, dass es eine Straftat sein soll, als Frau seinen Körper zu zeigen“, sagte sie. Richter Johannes Pausch jedoch verurteilte sie wegen einer Ordnungswidrigkeit zu einer Geldbuße von 300 Euro.

Die Darbietung der Schauspielerin – im Gerichtssaal herrschte Unklarheit darüber, ob es sich dabei eher um einen Striptease oder um einen Tanz handelte – hatte für reichlich Medienwirbel gesorgt. Zwei der Männer waren Zivilpolizisten, die das Tänzchen filmten. Mönning stritt den Auftritt gar nicht ab, sondern ließ über ihren Anwalt Philip Müller ausrichten, „aus einer künstlerischen Laune heraus“ den Rock gehoben zu haben. Es habe sich um eine improvisierte Performance gehandelt. Richter Pausch sah den exhibitionistischen Auftritt nicht als Kunst.

Mönning erklärte, den Parkplatz habe sie bewusst ausgesucht, weil sexuelle Interaktion jeglicher Art dort akzeptiert sei. Sie habe nicht gedacht, dass sich jemand gestört fühlen würde und auch nicht gewusst, dass es sich bei zwei der Männer um Zivilpolizisten handelte. „Ich beschäftige mich seit Jahren künstlerisch mit der spielerischen Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen und Prüderie.“

Die beiden 48 und 42 Jahre alten Polizisten waren ihrer Aussage nach gerade mit einer Lastwagenkontrolle beschäftigt, als sich Mönning im Juni mit ihrem Wagen vor das zivile Streifenfahrzeug stellte und mit der Darbietung begann. Ihnen selbst sei das zunächst gar nicht aufgefallen, weil sie mit dem Rücken zu der Frau standen. Der Lkw-Fahrer machte die beiden Beamten auf das Geschehen aufmerksam. Daraufhin, so sagte einer der als Zeugen geladenen Polizisten, habe er zur Beweissicherung die Kamera eingeschaltet.

Sie hätten sich belästigt gefühlt, sagten die Polizisten. Zunächst seien sie von Prostitution ausgegangen, hätten den Vorfall dann jedoch als Erregung öffentlichen Ärgernisses betrachtet. „Es war nicht angenehm anzuschauen“, sagte der 48-Jährige.

Die Aussage des Lastwagenfahrers sorgte im Gerichtssaal für große Heiterkeit. Er sei ein lebenslustiger Typ und habe den Auftritt als Auflockerung betrachtet, nicht als Belästigung. Mönnings Anwalt Alexander Stevens kündigte nach der Verhandlung an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

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