Santiago De Chile - Ihre Rettung war spektakulär und machte weltweit Schlagzeilen. Die Bergleute galten als die Helden des „Wunders von Chile“: 33 Kumpel hatten 69 Tage in 700 Metern Tiefe überlebt, bevor sie mit der eigens angefertigten Rettungskapsel „Phönix“ am 13. Oktober 2010 wieder an die Oberfläche gebracht werden konnten. Auch fünf Jahre danach lässt viele der Männer das Unglück nicht los, inzwischen gibt es auch Streit zwischen ihnen.
Omar Reygadas und drei weitere der Kumpel haben nämlich Anzeige bei der Staatsanwaltschaft von Copiapó erstattet: Es solle untersucht werden, was mit dem Geld passiert sei, mit dem 2013 die Stiftung „Los 33 de Atacama“ gegründet wurde, der alle geretteten Bergarbeiter angehören. Die Anzeige richtet sich gegen den Schichtführer der 33: Luis Urzúa und zwei weitere Kumpel, die die Stiftung leiten. Urzúa wies die Beschuldigung zurück.
Reich ist nach dem Unglück keiner der Bergleute geworden. Erst zum vierten Jahrestag der Rettung hat die Regierung Chiles jedem der 33 eine monatliche Rente von 315 000 Peso (410 Euro) zugesprochen, die Hälfte ihres Einkommens als Arbeiter in der Mine. Auch der Zivilprozess der Kumpel gegen das Minenunternehmen San Esteban und den Staat kommt nur schleppend voran. Auf der strafrechtlichen Seite stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein.
