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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Kriminalität: Geiselnehmer stellte kuriose Forderungen

23.07.2020

Kiew /Luzk Nach dem glücklichen Ende der Geiselnahme in der Ukraine ohne Verletzte wollen die Ermittler mehr über den Täter herausfinden. Der Mann werde wegen Terrorismus und Geiselnahme angeklagt, teilte Vize-Innenminister Anton Geraschtschenko nach der Befreiung der 13 Geiseln in der Nacht zum Mittwoch mit. Zudem soll – wie in solchen Fällen üblich – ein psychiatrisches Gutachten des Täters erstellt werden. Dem Mann, der zuvor schon im Gefängnis saß, drohen bis zu 15 Jahre Haft. Er hatte in Luzk einen halben Tag lang Menschen in einem Linienbus in seiner Gewalt.

Der Mann hatte am Dienstagmorgen 13 Menschen in dem Überlandbus in der Stadt in der Ex-Sowjetrepublik in seine Gewalt gebracht. Er hatte ein Sturmgewehr, eine Pistole und Handgranaten bei sich und drohte damit, Sprengsätze in der Stadt zünden zu wollen. Nach stundenlangen Verhandlungen stürmten Einsatzkräfte am Abend den Bus. Der Mann ergab sich und wurde festgenommen. Es gab keine Verletzten.

Kurios waren die Forderungen des Täters, der in den ukrainischen Medien auch als Tierschützer beschrieben wird. Zunächst forderte er, dass sich unter anderem Vertreter von Kirche und Staat öffentlich als „Terroristen“ bezeichnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj telefonierte sogar mit dem Mann und ließ sich darauf ein, ein kurzes Video auf seiner Facebook-Seite zu posten. Darin wirbt Selenskyj dafür, die US-Dokumentation „Earthlings“ über Tierschutz anzuschauen. Das soll der Täter, der sich wohl für Tierrechte einsetzt, von Selenskyj gefordert haben. Mindestens ein möglicher Komplize des Täters ist festgenommen worden. Der Mann aus Charkiw im Osten des Landes soll Kontakt zu dem Geiselnehmer gehabt haben, teilte Innenminister Arsen Awakow mit. Auch weitere Verdächtige seien bereits in Haft.

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