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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Schiffbruch in der Biskaya: Abpumpen von Öl noch unmöglich

15.03.2019

Brest (dpa) - Die französischen Behörden warten auf eine Wetterberuhigung, um im Atlantik ausgelaufenes Schweröl abzupumpen. Nach dem Untergang des Frachters "Grande America" treiben mehrere kilometerlange Ölteppiche in der Biskaya auf Frankreichs Westküste zu.

In der Nähe des untergegangen Schiffs wurde ein weiterer großer Ölteppich ausgemacht. Der neue Teppich bestätige die Befürchtung, dass aus dem Wrack noch immer Schweröl freigesetzt werde, hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Seepräfektur. Der neue Ölteppich sei mehr als vier Kilometer lang und 500 Meter breit.

Die beiden zuvor entdeckten verunreinigten Zonen seien aufgrund der rauen See zunächst nicht mehr zu sehen gewesen, so die Präfektur. Sie trieben westlich vom Küstenort La Rochelle im Meer. Das Öl stammt aus den Treibstofftanks des Frachters. Nach Angaben der Präfektur sind sechs Schiffe an Ort und Stelle. Auch ein Flugzeug sei im Einsatz.

Das Containerschiff, das auch über 2000 Fahrzeuge an Bord hatte, war am Dienstag gut 300 Kilometer von der Küste entfernt nach tagelangem Brand gesunken. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord. Heute wurden auch zwei Container entdeckt, die im Meer treiben.

Die Präfektur hatte bereits mitgeteilt, dass erste Einschätzungen das Risiko einer Küstenverschmutzung bestätigten. Potenziell betroffene Bereiche könnten aber erst in einigen Tagen ermittelt werden. Aktuell sei es nicht möglich, das Öl abzupumpen, hieß es. Nun versuche man mit einer Art Schleppnetz, Öl einzufangen.

Umweltminister François de Rugy hatte als gefährdete Regionen das Département Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde genannt, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Er schloss nicht aus, dass das Öl auch an die spanische Biskaya-Küste gelangen könnte. Die französische Westküste mit langen Stränden und dem Weinbaugebiet von Bordeaux zieht im Sommer viele Touristen an.

Unterdessen begann in Frankreich eine Debatte über die Konsequenzen aus der Schiffskatastrophe. De Rugy forderte, dass die Verantwortlichkeiten in dem Fall klar festgestellt werden müssten. Er hatte bereits vorher angekündigt, dass die Grimaldi-Reederei aus Neapel als Eigentümerin des Unglücks-Frachters für den Säuberungseinsatz zur Kasse gebeten werde. Der Ressortchef brachte nun auch eine mögliche Verschärfung von Kontrollen in den Häfen ins Spiel.

Die erste der entdeckten verunreinigten Zonen ist laut offiziellen Angaben etwa 13 Kilometer lang und 7 Kilometer breit. Der zweite Teppich sei rund 9 Kilometer lang, ebenfalls 7 Kilometer breit und weniger kompakt als der erste.

Die Ölteppiche trieben mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Tag in Richtung Osten, hatte Stéphane Doll, Leiter der auf Wasserverschmutzung spezialisierten Einrichtung Cedre, gesagt. Diese Einschätzung sei weiterhin gültig, hieß es bei der Meerespräfektur.

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