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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Knochenbrüche nach Stürzen auf Blitzeis

08.01.2017

Hamburg Die Kälte aus der Arktis hat Deutschland mit Temperaturen bis minus 31 Grad eingefroren. Eine Wetterstation von Jörg Kachelmann in Marienberg-Kühnhaide (Sachsen) meldete am Samstagmorgen einen Tiefstwert von minus 31,4 Grad, während Meteomedia dort auf minus 30,6 Grad kam und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an seiner eigenen Messstation in Marienberg nur minus 17 Grad registrierte. Der DWD maß die niedrigsten Temperaturen an zwei seiner Stationen in Bayern: je minus 26 Grad in Reit im Winkl und Schorndorf.

Das sind für diesen Winter bundesweite Rekordwerte, die die Nacht zum Freitag übertreffen. Hintergrund ist das Tief „Axel“. Eisregen verwandelte die Straßen in weiten Teilen Deutschlands in gefährliche Rutschbahnen. Autofahrer, Radler, Fußgänger und sogar Streudienste kamen ins Schleudern. Skifahrer und Freizeitrodler konnten den Wintereinbruch am letzten Ferienwochenende dagegen genießen. Meteorologen erwarten, dass es in den kommenden Tagen wieder wärmer wird.

Besonders in der Nordhälfte war die Glätte am Samstag gefährlich. Der Deutsche Wetterdienst warnte die Menschen unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern: „Bleiben Sie im Haus!“ In Hamburg rutschten Dutzende Fußgänger bei Blitzeis aus und verletzten sich. Innerhalb von zwei Stunden rückte die Feuerwehr dort am Vormittag nach eigenen Angaben 50 Mal aus. Die Fußgänger zogen sich bei den Stürzen Knochenbrüche, Platzwunden, Prellungen und Zerrungen zu, einige kamen ins Krankenhaus.

Im niedersächsischen Braunlage wollten leichtsinnige Autofahrer im Alter von 20 und 21 Jahren die Kälte für Schleuderübungen auf einem vereisten Parkplatz nutzen. Bei dem Unfall wurden zwei junge Frauen verletzt, eine von ihnen schwer.

Frischer Schnee lockte Freizeitsportler auf die Pisten. Skifahrer und Snowboarder fuhren etwa im Schwarzwald bei eisigen Temperaturen die Berge hinab. Am Feldberg in Baden-Württemberg betrug die Schneehöhe nach Angaben des zuständigen Liftverbunds morgens 5 bis 19 Zentimeter.

Die Bedingungen dafür seien wegen geringer Schneeunterlage und Verwehungen aber nicht ganz optimal. Wochenlang hatten die Betreiber mangels weißer Pracht Kunstschnee ausgebracht. Auch am Samstag waren Schneekanonen im Einsatz. Gespurt war nur ein kleiner Teil.

Zum Wochenbeginn sollen die Temperaturen nun wieder ansteigen. Dauerfrost gibt es nach Angaben des DWD in den kommenden Tagen dann nur noch im Osten und Südosten des Landes.

„Bis auf den Mittwoch und die Nacht zum Donnerstag, an dem unsere Vorhersagen noch recht unsicher sind, erwarten wir in weiten Teilen Deutschlands einen typisch mitteleuropäischen Winter mit Schnee auf den Mittelgebirgen und Schmuddelwetter in den Niederungen“, sagte ein DWD-Meteorologe am Samstag in Offenbach. Die erwarteten Temperaturen liegen dabei meist zwischen zwei und sechs Grad.

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