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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Aufregung um „Umweltsau“

31.12.2019

Köln /Berlin Die „Umweltsau“-Satire des Westdeutschen Rundfunks ruft weitere Kritiker auf den Plan. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und das Deutsche Kinderhilfswerk tadelten am Montag aber nicht das von einem Kinderchor gesungene Lied über eine Oma, sondern den Umgang des Senders mit der Kontroverse. WDR-Intendant Tom Buhrow bekräftigte seine Kritik an der Satire, beklagte zugleich aber auch eine Instrumentalisierung der Debatte um das Stück.

Die WDR-Verantwortlichen sowie die Sicherheitsbehörden müssten sich aktiv um den Schutz und die Sicherheit des freien Journalisten Danny Hollek bemühen, forderte der DJV-Vorsitzende Frank Überall in Berlin und wies darauf hin, dass der Journalist derzeit Opfer von Beleidigungen und Morddrohungen im Zusammenhang mit seinen Tweets zu dem Thema sei. Angehörige der rechtsextremen Szene marschierten vor seinem Haus auf und versuchten, den Journalisten einzuschüchtern, fügte Überall hinzu. Es gehe daher nicht um Geschmacksfragen von Satire, sondern um den Schutz von Satire- und Meinungsfreiheit.

Zugleich bezeichnete der DJV-Chef die redaktionelle Distanzierung des Intendanten Buhrow von der Satire als „wenig hilfreich“: „Buhrow muss sich der Frage stellen, ob er mit seiner eilfertigen redaktionellen Distanzierung für den Beitrag nicht all denen Oberwasser gegeben hat, die nicht auf den Austausch von Argumenten, sondern auf das Mundtotmachen kritischer Journalisten aus sind.“

Der Pressesprecher des Kinderhilfswerks, Uwe Kamp, warf dem WDR ebenfalls eine überzogene Reaktion auf die Kritik vor. „Ich hätte mir vom WDR da mehr Rückgrat gewünscht“, sagte er dem Internetportal „watson.de“: „Das war ein satirischer Text, und Satire darf vieles. Der Text war nicht so unter der Gürtellinie, dass man das Video hätte vom Netz nehmen müssen.“

Die satirische Umdichtung des Kinderlieds „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ durch den Radiosender WDR 2 hatte am Wochenende zu scharfen öffentlichen Auseinandersetzungen geführt. In dem Lied sang ein Kinderchor über eine fiktive Oma, die unter anderem mit dem SUV zum Arzt fährt, Kreuzfahrten macht und sich täglich billiges Discounterfleisch brät. Das Video hatte der Sender bei Facebook veröffentlicht, später wieder gelöscht.

Intendant Tom Buhrow entschuldigte sich und räumte einen Fehler ein. Er bekräftigte am Montag seine Kritik an der Satire. Das Video bezeichnete er im Interview mit der Radiosendung „Mittagsmagazin“ als „missglückt“ und entschuldigte sich erneut dafür. Satire sei dazu da, Mächtige aufs Korn zu nehmen, aber nicht, um eine Generation pauschal vor den Kopf zu stoßen und die Gefühle von Menschen zu verletzen, sagte der Intendant.

Scharf kritisierte Buhrow zugleich, dass die Debatte von einigen instrumentalisiert werde und Mitarbeiter des Senders Morddrohungen erhielten. Das zeige, dass etwas im Land „richtig krank“ sei.

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