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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Böhmermann fordert SPD heraus

31.08.2019

Köln /Berlin Der Satiriker Jan Böhmermann hat mit seiner Ankündigung, in letzter Minute SPD-Vorsitzender werden zu wollen, Deutschlands älteste Partei überrascht und provoziert. „Demokratie ist ein System der Laien“, sagte Böhmermann am Freitag über sein Politikverständnis. „Wenn man sich als Politprofi fühlt, ist es Zeit, das System wieder zu verlassen.“ Am Vorabend hatte er im „Neo Magazin Royale“ (ZDFneo) noch erklärt: „Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden.“

Der frühere SPD-Chef Willy Brandt (1913-1992) sei ihm im Traum erschienen und habe gesagt: „Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist ’ne Pfeife.“ Der Komiker startete eine Kampagne unter dem Hashtag #neustart19. Kritiker zweifeln an der Ernsthaftigkeit der Aktion. Außerdem könnte sie schon an der knappen verbleibenden Zeit scheitern.

Der ZDFneo-Moderator hat nach eigener Darstellung schon vier der fünf nötigen Unterbezirke hinter sich. Sie hätten ihm ihre Unterstützung zugesichert, sagte er in einer Online-„Bürgersprechstunde“. Böhmermann nannte keine Namen. Es gibt deutschlandweit 393 Unterbezirke der Partei. Sollte der Komiker tatsächlich genug Unterstützer haben, wäre damit aber noch nicht sein Problem gelöst, erst SPD-Mitglied werden zu müssen. Aus der Partei heißt es dazu, dass Böhmermann nur an seinem Wohnort aufgenommen werden kann. Der sozialdemokratische Bezirksbürgermeister seines Heimatortes Köln-Ehrenfeld, Josef Wirges, lehnt die Aufnahme strikt ab.

Voraussetzung einer Kandidatur ist die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Die Abgabefrist läuft am Sonntag um 18 Uhr ab. Böhmermann sagte, er habe den Unterbezirken, die auf seiner Seite seien, einen Antrag auf Mitgliedschaft zukommen lassen. Er wolle der Partei helfen.

Obwohl einige SPD-Politiker im Netz mit humorvollen Kommentaren reagierten, löste der Vorstoß in der Partei vor allem Unmut aus. So kann Böhmermann im Heimatort Köln-Ehrenfeld nicht aufs Parteibuch hoffen. Auch in Bremen, wo Böhmermann aufwuchs, reagiert man eher angefasst. „Die Voraussetzung für eine Kandidatur ist eine SPD-Mitgliedschaft, und man sollte schon länger in der Partei sein, um sie etwas zu kennen“, sagte SPD-Landesgeschäftsführer Roland Pahl.

Der in der SPD gut vernetzte frühere Sprecher des Parteivorstands, Tobias Dünow, reagierte mit scharfen Worten: „Sich über Politik und Parteien lustig zu machen, war mal mutig. Heute ist es ,Mainstream’, in der Politik würde man sagen: Populismus“, schrieb Dünow, Dienststellenleiter der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, auf Twitter.

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