• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Klischee vom bewegungsfaulen Zocker

18.01.2019

Köln Das Klischee vom typischen Computerspieler ist schnell zusammengezimmert: eher unsportlich, eher übergewichtig, eher am dumpfen Geballer interessiert. Die Deutsche Sporthochschule Köln hat dieses Bild nun gegengeprüft und E-Sportler über ihren Alltag und ihre Gesundheit befragt – also Menschen, die am Computer oder an der Konsole gegeneinander Wettkämpfe ausfechten. Fazit: Die Klischees sind überholt – aber beim Essen, bei der Regeneration und der Bewegung gibt es durchaus Luft nach oben.

„Die Risikogruppe ist für uns der Hobby-Sportler, der Hobby-Gamer“, erklärte der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse am Donnerstag. Grund sei, dass diese – anders als viele Profis, die mit Zocken ihr Geld verdienen – zum Teil völlig unkontrolliert und ungehemmt losspielten. Ausgleichsphasen für die Zeit am Bildschirm gingen dadurch verloren. Hinzu käme unregelmäßiges Trinken und Essen und geraubte Schlafzeit. Vor allem an den „ambitionierten Breitensport“ müsse man daher ran, sagte Froböse. „Die ernähren sich nicht gut, die sitzen viel zu viel, die machen kaum körperliche Aktivität als Ausgleich. Für die ist Gamen Lebenselixier.“

Beim E-Sport werden Spiele wie „League of Legends“, „Counter-Strike“ oder die Fußball-Simulation FIFA auf Wettbewerbsebene ausgefochten. Es haben sich Ligen und hohe Preisgelder etabliert – die Szene gilt als Boom-Branche. In die Studie flossen nun rund 1200 Datensätze aus Fragebögen ein. Die Links zu den Fragebögen hatte die Hochschule unter anderem bei E-Sport-Veranstaltungen und -Foren verbreitet. Daraus leiteten die Autoren ein Bild des durchschnittlichen E-Sportlers ab: männlich, 23 Jahre alt, hohe Schulbildung. Im Schnitt wird drei bis vier Stunden am Tag gespielt.

Da jeder bei der Befragung mitmachen konnte, sind die Ergebnisse eher als Schlaglicht auf die Gamer-Szene zu werten – aufgrund des Forschungsdesigns sind sie im engeren Sinne nicht repräsentativ. Auch wurden Kausalitäten nicht immer ganz genau untersucht.

Die Daten deuten aber an: Wer mehr spielt, sitzt länger. Und wer länger sitzt, beurteilt seine Gesundheit eher schlechter. Die Befragten gaben zudem im Mittel an, rund 40 Minuten weniger zu schlafen als der deutsche Durchschnitt. „Die haben Jetlags, das ist einfach so. Weil sie eben zu ganz verschiedenen und ungünstigen Zeiten spielen“, sagte Froböse. Denn: Die Hälfte der Befragten spielt als Hobby neben dem Job oder der Ausbildung.

Ein Großteil hat den Auskünften zufolge zudem Übergewicht. „Das ist auffällig“, sagte Froböse. Die E-Sport-Gruppe liege über dem Gesamtdurchschnitt in dieser jüngeren Referenzgruppe. Das sei auch ein Grund, warum man sich mit E-Sportlern beschäftigen sollte: „Was man hier sät, wird die Gesellschaft später ernten müssen.“

Folgt man den Antworten in den Fragebögen, trifft das Klischee vom bewegungsfaulen Zocker gleichzeitig aber nicht zu. Nur 16 Prozent gaben an, überhaupt keinen klassischen Sport zu betreiben. Die große Mehrheit erklärte, etwa zum Fitnesstraining zu gehen oder zu joggen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.