KöLN - Er verließ die Schweiz als Maurerlehrling und kommt als „Superstar“ zurück: Luca Hänni (17) aus dem schweizerischen Uetendorf hat am Sonnabendabend die neunte Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. Dicke Tränen kullerten bei der Ergebnisverkündung über seine Wangen, und bei seiner Finalperformance des Bohlen-Stampfers „Don’t Think About Me“ vergaß Luca im goldenen Konfettiregen sogar den Text – vor Freude. „Ich war so hin und weg von der Entscheidung“, sagt Luca am Sonntag.
500 000 Euro Prämie
Neben einem Plattenvertrag erhält der Schmuse-Schweizer eine Prämie von 500 000 Euro. Das Geld soll nach den Wünschen des 17-Jährigen auf sein Schweizer Konto wandern. Luca ist fast schon zu vernünftig für einen echten Popstar. „Ich weiß nicht wirklich, was ich mit dem Geld machen soll.“ RTL legte noch ein Auto obendrauf.
Starthilfe erhält Luca von „DSDS“-Übervater Dieter Bohlen (58), der ihm den poppigen Siegersong „Don’t Think About Me“ verpasst hat. „Deine Stärke ist Gefühle“, lobte ihn auch Juror Bruce Darnell mit falscher Grammatik.
Für den Kölner Privatsender RTL lief es am Sonnabend weniger gut, denn noch nie haben so wenige Menschen ein „DSDS“-Finale verfolgt. Im Schnitt schalteten nur 4,71 Millionen Zuschauer (18,1 Prozent Marktanteil) die entscheidende Sendung der Castingshow ein. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erzielte der Kölner Privatsender immerhin 28,3 Prozent Marktanteil.
Vielleicht liegen die miesen Quoten auch daran, dass die Show in diesem Jahr ohne große Skandale auskam. „DSDS“ als ein Ort für Fairness und Freundschaft – das ist neu. Am Ende der Finalshow schloss Luca seinen Konkurrenten Daniele Negroni (16) aus Regensburg in die Arme. Auch bei Daniele flossen Tränen – bittere Tränen der Enttäuschung.
Unterschiedlicher hätten die Finalisten nicht sein können: Daniele frech und mit Reibeisenstimme, Luca süß und mit stimmlichen Schluchzern. „Du hast diese Seufzer-Stimme“, sagte Bohlen zu dem kleinen Schweizer. „Wenn du auf der Titanic gesungen hättest, wären die Eisberge geschmolzen.“
Luca-Burger serviert
Der Schweizer erhielt in Köln Unterstützung von einer ganzen Busladung Fans. Seine Heimatgemeinde im Kanton Bern verlegte das Public Viewing der RTL-Liveshow von einer kleinen Turnhalle in eine 1000 Personen fassende Mehrzweckhalle. Dort wurden etwa vom Dorfmetzger kreierte Luca-Burger mit einem „L“ aus Speck serviert.
Auf den kleinen Schweizer wartet nun eine anstrengende Woche: An diesem Montag wird in Dänemark ein Video gedreht, am Dienstag und am Donnerstag nimmt Luca mit Dieter Bohlen in Tötensen bei Hamburg sein Album auf, am Mittwoch tritt er in der Tanzshow „Let’s Dance“ auf und dann ist er noch bei „DSDS Kids“ (5.5.) und im ZDF-Fernsehgarten (6.5.) zu Gast.
Angst davor, dass der Ruhm schnell verblassen könnte, hat der „DSDS“-Sieger nicht: „Ich will richtig Gas geben. Angst vor dem Vergessenwerden habe ich nicht.“
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