Köln - Es ist ein seltsames Bild: Am Ende sitzt die Siegerin im Publikum, ihre abgeschlagenen Gegner stehen auf der Bühne. Denn aus Jugendschutzgründen darf Marie Wegener nicht mehr auf die Bühne, als sie am Samstag eine halbe Stunde vor Mitternacht zur Gewinnerin der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gekürt wird. Mit ihren 16 Jahren ist Marie der bisher jüngste „Superstar“. Sie ist gleichzeitig die Nachfolgerin des fast schon vergessenen Vorjahressiegers Alphonso Williams aus Borbeck im Landkreis Ammerland – mit 54 Jahren bisheriger Alterspräsident.
Die Show, die RTL als das „unglaubliche Finale“ tituliert, beginnt mit entsprechend viel Tamtam, Pyrotechnik und Feuerregen. Während die Jury aus Musikproduzent Mousse T. (51), Sängerin Carolin Niemczyk (27) und Schlagersängerin Ella Endlich (33) gemeinsam die Bühne betritt, bekommt Chefjuror Dieter Bohlen einen denkwürdigen Solo-Auftritt: Als „Kaiser aller Castingshows“ wird der 64-Jährige auf einem Thron in einem funkelnden Spiegel-Anzug in die Halle gefahren und von den Zuschauern bejubelt, als wäre er der eigentliche Superstar.
Und irgendwie ist er es am Ende auch: Denn Bohlen hat den Finalsong „Königlich“ von Marie komponiert. Den Song, den Marie ihrer Mutter als Liebeserklärung widmet, was nicht nur Jurorin Ella Endlich zu Tränen rührt. „Du bist die Gefühlskönigin“, lobt Carolin Niemczyk nach dem Auftritt, bei dem Marie mehrere Meter hoch über der Bühne von einem überdimensionalen Königinnenkleid herab singt. Marie kann sich nun über 500 000 Euro und einen Plattenvertrag freuen
Gefühl und Kitsch kommen also auch in der Jubiläumsstaffel nicht zu kurz. In Einspielfilmen berichten die Kandidaten von Schicksalsschlägen: die Krebserkrankung der Mutter, der abgebrochene Kontakt zum Vater, die zerbrochene Liebe. In einer Probe vor dem Halbfinale bekommt Kandidatin Janina El Arguioui einen Heiratsantrag – vor laufenden Kameras.
