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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Verbrechen: Mord im U-Boot: Lebenslang

26.04.2018

Kopenhagen Für einen Mord in seinem U-Boot ist Erfinder Peter Madsen in Dänemark zur Höchststrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Kopenhagen schickte ihn am Mittwoch lebenslang ins Gefängnis. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Madsen die Journalistin Kim Wall im Sommer 2017 an Bord seines selbstgebauten U-Bootes „Nautilus“ gefoltert und getötet habe. Danach soll er die Leiche der 30-Jährigen zerteilt und sie ins Meer geworfen haben. Das Urteil sei einstimmig gefallen, sagte die Richterin. Madsen werde nun in die Berufung gehen, kündigte seine Verteidigerin an.

Eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeutet in Dänemark im Durchschnitt rund 15 Jahre Gefängnis. Nach zwölf Jahren kann bei der Königin eine Begnadigung beantragt werden. Nur wenige Gefangene bleiben bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern.

Die schwedische Journalistin Kim Wall war am 10. August 2017 für ein Interview mit dem in Dänemark bekannten Erfinder Madsen in seinem U-Boot auf den Öresund, die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden gefahren. In der Nacht meldete ihr Freund sie als vermisst. Am nächsten Vormittag tauchte die „Nautilus“ auf, sank dann aber. Die Retter fischten nur Madsen aus dem Wasser. Teile von Walls Leiche fand man in den kommenden Tagen und Wochen im Meer.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Madsen Wall im U-Boot fesselte und auf sie einstach. Die genaue Todesursache konnte allerdings nicht festgestellt werden. Weil man Stichwunden unter anderem im Unterleib fand, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Madsen Sex-Fantasien auslebte. Der 47-Jährige dagegen beschrieb einen tragischen Unfall, bei dem Wall im U-Boot erstickt sei. Bis zum Schluss betonte er im Prozess, er habe sie nicht vorsätzlich getötet.

Vor Gericht kamen grausame Details zu Tage. So wurden Videos von Hinrichtungen gezeigt, die auf Madsens Festplatten gespeichert waren.

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