LAGOS - LAGOS/AFP - Bei einem Flugzeugunglück im Süden Nigerias sind mindestens 71 Schüler und 35 Erwachsene ums Leben gekommen. Die vollbesetzte Maschine der Fluggesellschaft Sosoliso ging bei einer Bruchlandung auf dem Flughafen von Port Harcourt in Flammen auf und brannte komplett aus. An Bord war auch eine Gruppe von Schülern des Jesuiten-Internats von Gidan Mangoro, die auf dem Weg in die Weihnachtsferien waren; die Kinder verbrannten vor den Augen ihrer Eltern, die sie abholen wollten. Präsident Olusegun Obasanjo sagte einen Staatsbesuch in Portugal ab und berief für morgen ein Krisentreffen mit allen nigerianischen Fluggesellschaften ein. Erst Ende Oktober waren 117 Menschen bei einem Flugzeugabsturz in Nigeria
gestorben.
Die DC-9 war aus Abuja gekommen und nach der Landung offenbar bei heftigem Regen von der Landebahn in einen Abwassergraben gerutscht, wo sie auseinanderbrach. Der Erzbischof von Abuja, John Onaiyekan, sagte, nach jüngsten Erkenntnissen seien 71 Schüler im Alter von elf bis 18 Jahren an Bord der Maschine gestorben. Auch zwei Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières) aus Großbritannien und Frankreich kamen ums Leben.
Es handele sich um ein „furchtbares“ Unglück, sagte eine Sprecherin von Präsident Obasanjo. Der Staatschef wolle dem in Abuja geplanten Krisentreffen persönlich vorsitzen, um seine „wachsende Besorgnis“ angesichts der Probleme in der Luftfahrtbranche des Landes zum Ausdruck zu bringen. Die Maschinen nigerianischer Fluggesellschaften sind oftmals überaltet und schlecht gewartet. Die verunglückte DC-9 etwa stammte aus dem Jahr 1967. Seit 1991 wurden 39 schwere Luftfahrtunfälle in dem westafrikanischen Land registriert.
