LAS VEGAS/N - Mit einem letzten Zaubertrick haben sich die deutschen Magier Siegfried und Roy vom Showgeschäft verabschiedet. Auch der riesige weiße Tiger Montecore, der Roy Horn (64) vor fünf Jahren auf offener Bühne angegriffen und lebensgefährlich verletzt hatte, war bei der Abschieds-Vorstellung am Sonnabend in der US-Spielerstadt Las Vegas mit dabei. Das Raubtier blieb jedoch in einem dicken Glaskäfig.
Nur zehn Minuten
Nur zehn Minuten dauerte die magische Show des Duos bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung vor rund 1000 Zuschauern im Hotel-Kasino Bellagio.
Schwer auf seinen Partner Siegfried Fischbacher (69) gestützt erschien Roy, der aus Nordenham (Kreis Wesermarsch) stammt, auf der dunklen Bühne. Er trug einen schwarzen Umhang und eine Maske vor dem Gesicht. Der ganz in Weiß gekleidete Fischbacher betrat einen zweiten leeren Glaskäfig neben dem von Montecore. Beide Behältnisse wurden verhängt.
Als Horn die Tücher schließlich wegzog, hatten Siegfried und der Tiger die Plätze getauscht. Das Publikum sprang auf und klatschte begeistert Beifall. Zum Abschied zogen Siegfried und Roy ihre Masken vom Gesicht, winkten ins Publikum und warfen Handküsse. Abschiedsworte gab es nicht.
„Das wird das ,Auf Wiedersehen‘, das wir nie sagen konnten. Wir wollen uns für die vielen Geschenke und die Liebe bedanken, die wir während der Jahre erhalten haben“, hatte Siegfried Fischbacher im Vorfeld gesagt.
Im Oktober 2003 war Roy Horn während einer Show von dem Tiger angegriffen worden, der ihn am Nacken packte und hinter die Bühne schleppte. Eine Notoperation rettete Horns Leben, kurz darauf erlitt er jedoch einen Schlaganfall. Seitdem ist der Magier teilweise gelähmt.
Erlös für Klinik
Mit aufwendigen Bühnenshows und ihren weißen Königstigern hatten die Zauberkünstler jahrzehntelang das Publikum begeistert. Zuletzt stand das Duo auf der Bühne des Kasino-Hotels Mirage in Las Vegas. Die weit über 5000 Shows in 13 Jahren sahen dort 10,5 Millionen Zuschauer.
Bei Siegfrieds und Roys letztem Gala-Abend kostete der Tisch 75 000 Dollar (rund 59 000 Euro). Der Erlös der Wohltätigkeitsveranstaltung soll einer Klinik für Gehirnforschung in Las Vegas zugutekommen.
