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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Prozess: Lebenslang 30 Jahre nach der Tat

26.03.2010

AUGSBURG Fast 30 Jahre nach der Entführung und dem Tod der kleinen Ursula Herrmann ist der Angeklagte am Donnerstag in Augsburg in einem spektakulären, 55 Verhandlungstage währenden Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seine wegen Beihilfe mitangeklagte Ehefrau wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der heute 59 Jahre alte Fernsehtechniker im September 1981 die zehnjährige Ursula in eine Kiste gesperrt hatte, um von den Eltern zwei Millionen Mark Lösegeld zu erpressen. Das Kind war erstickt. Beide Angeklagten bestritten die Tat. Die Verteidigung will Revision.

Der Bruder des Mädchens und Nebenkläger, Michael Herrmann, äußerte Zweifel an der alleinigen Täterschaft. „Es wird Recht gesprochen, aber es geschieht keine Gerechtigkeit“, sagte er.

„Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sie mahlen gerecht“, sagte hingegen der Vorsitzende Richter Wolfgang Rothermel in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte, der damals rund 140 000 Mark Schulden hatte, habe leichtfertig den Tod des Kindes riskiert. Das Gericht verurteilte den Mann wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge.

Entscheidend für die Verurteilung war ein Tonbandgerät, das bei den Erpresseranrufen abgespielt worden sein soll. Nach einem technischen Gutachten passen die Besonderheiten des Apparats haargenau zu der Tongebung der Anrufe bei Ursulas Eltern.

Außerdem wurde die frühere Aussage eines mutmaßlichen Mittäters, der inzwischen gestorben ist, herangezogen. Der Mann hatte gesagt, er habe für den Angeklagten ein Loch im Wald graben sollen. Später widerrief er, das Loch tatsächlich gegraben zu haben. Dass es die entsprechende Anfrage gegeben habe, sei aber unwiderrufen, betonte Rothermel.

Der Angeklagte habe die Tat sorgfältig geplant, eine Kiste mit einem komplizierten, aber nicht funktionierenden Belüftungssystem gebaut und das Loch ausheben lassen. Der Angeklagte habe – mit einem oder mehreren unbekannten Mittätern – Ursula abgepasst, sie betäubt, zu dem Verlies im Waldboden geschleppt und dort eingesperrt. Das Mädchen erstickte nach den Ermittlungen der Rechtsmediziner bereits nach 30 bis 60 Minuten. Die Leiche wurde 19 Tage später bei einer Polizeisuchaktion gefunden. In der Zwischenzeit waren bei Ursulas Eltern Erpresseranrufe und -briefe mit der Lösegeldforderung eingegangen.

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