Monrovia - Mit eindringlichen Worten hat Liberia vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen um internationale Hilfe im Kampf gegen Ebola geworben. Die Epidemie breite sich wie ein Flächenbrand aus und bedrohe inzwischen den gesamten Staat, sagte Verteidigungsminister Brownie Samukai. Das Gesundheitssystem­ des afrikanischen Landes sei völlig überlastet.

„Das tödliche Ebola-Virus hat die normale Funktionsfähigkeit unseres Staates beeinträchtigt“, zitierte die BBC den Minister. Seinem Land mangele es an der Infrastruktur, den logistischen Kapazitäten, dem Fachwissen und dem nötigen Geld, um das Virus effektiv zu bekämpfen. Nach jüngsten Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnete Liberia bis zum 6. September mit 2046 Infizierten knapp die Hälfte aller gemeldeten Ebola-Infektionen und mit 1224 mehr als die Hälfte der registrierten Todesfälle.

Insgesamt sind in West­afrika demnach bereits 2296 Menschen an Ebola gestorben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher.

Die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda unterstützt derweil den Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in Westafrika mit 50 Millionen Dollar (rund 39 Millionen Euro). Das Geld soll an die Vereinten Nationen und internationale Organisationen fließen, um dringend benötigte Güter kaufen zu können, teilte die Bill & Melinda Gates Foundation mit.

Die Organisation World Vision verwies darauf, dass in Liberia und Sierra Leone gewöhnliche Krankheiten oft nicht mehr behandelt würden. Zudem suchten einige Schwangere aus Angst vor einer Ansteckung keine medizinische­ Hilfe mehr auf.