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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Feuer in Brennelementefabrik ANF gelöscht

07.12.2018

Lingen Bei einem Feuer in einer Brennelementefabrik sind in Lingen im Emsland am Donnerstagabend Polizeiangaben zufolge keine gefährlichen Stoffe freigesetzt worden. Messungen hätten belegt, „dass keine Schadstoffe freigesetzt wurden“, sagte eine Polizeisprecherin. Auch sei niemand verletzt worden, sagte sie. Das Gebäude, in dem sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers Mitarbeiter befunden hätten, sei noch vor Eintreffen der Rettungskräfte evakuiert worden, hieß es.

Demnach brach das Feuer in einem Labor aus, das sich im „nicht-nuklearen Teil“ der nuklearen Fertigung der Fabrik befinde. In dem Betrieb werden unter anderem Brennelemente für Atomkraftwerke gefertigt. Für weitere Ermittlungen werde der Brandort untersucht. Das Feuer hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr und weiterer Rettungsdienste ausgelöst.

Der Brandort wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Brandermittler haben die Arbeit zur Klärung der Brandursache aufgenommen.

Stilllegung gefordert

Erst kurz zuvor hatte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gefordert, infolge von zwei meldepflichtigen Ereignissen in der Brennelementefabrik in Lingen den dortigen Betrieb stillzulegen. Aus Sicht des BBU ist der Betrieb der Anlage nicht länger hinnehmbar, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Der BBU bezieht sich mit seiner Forderung auf zwei Ereignisse, die das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde Anfang November und an diesem Dienstag mitgeteilt hatte. Beide Ereignisse hatten demnach „keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“.

Zunächst hatte sich in der Trockenkonversionsanlage, einem Teil der Fertigungsstraße in der Brennelementefabrik, Feuchtigkeit angesammelt. Nach Angaben des Betreibers war die Feuchtigkeit durch eine Fehlfunktion in der Wasserdampfversorgung verursacht worden. Die fehlerhaften Komponenten seien nach einer umfänglichen Kontrolle der Wasserdampfversorgung ausgetauscht worden, hieß es in der Mitteilung.

Risse an Behälter

Bei dem zweiten Ereignis geht es um Risse an einem Reaktionsbehälter in der Trockenkonversionsanlage. Diese seien bei einer Routinekontrolle mit Hilfe von Ultraschall festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Mit bloßem Auge seien die beiden Risse in einer Ummantelung innerhalb der Fertigungsanlage nicht erkennbar, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Der betroffene Anlagenteil werde repariert und sei so lange außer Betrieb, sagte die Sprecherin. Die Brennelementefabrik in Lingen liefert Brennelemente mit Uran unter anderem an Reaktoren in belgischen Atomkraftwerken.

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