London/Berlin - Mit ihrem Nachwuchs haben Harry und Meghan ein Zeichen gesetzt: Royals hin, Royals her – sie sind eine kleine Familie, die auf ihr Privatleben pocht. Britische Medien thematisierten das am Dienstag, einen Tag nach der Geburt des Kindes – mangels Bekanntgabe des Vornamens „Baby Sussex“ genannt – ausführlich.

So kurz nach der Geburt den Mini-Royal der Öffentlichkeit zu präsentieren, das kam für Prinz Harry und die Herzogin von Sussex nicht infrage. Frühestens an diesem Mittwoch könnten ein paar Journalisten einen Blick auf den Jungen erhaschen.

Was die Öffentlichkeit verblüffte: Den Eltern gelang es sogar, den Geburtsort des Babys geheim zu halten. Wurden die besten Ärzte auf Schloss Windsor beordert, um dort Meghan bei einer Hausgeburt zu helfen? „Viel zu gefährlich bei einer 37-Jährigen, die erstmals ein Kind zur Welt bringt“, meinte der Royal- und Benimmexperte William Hanson schon vor der Geburt. Sogar über eine Wassergeburt wurde spekuliert.

Am Dienstag verdichteten sich die Gerüchte, dass Meghan in der privaten Portland Klinik in London ihr Kind zur Welt gebracht hat. Auch der Nachwuchs von Schauspieler Hugh Grant oder der Sängerinnen der „Spice Girls“ kam hier zur Welt, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete.

Seit ihrer Hochzeit vor einem Jahr gingen Harry und Meghan ihren eigenen Weg. Selbst die Art der Verkündung, dass das Baby zur Welt gekommen sei, erscheine als „Bruch der royalen Norm“. Das Paar hatte seinen neuen Instagram-Account genutzt und geschrieben: „It’s a boy!“ (Es ist ein Junge!).

Dass Harry später überwältigt von seinem kleinen Sohn und seiner Frau vor Journalisten sprach – im Hintergrund die Pferde in den Ställen von Schloss Windsor – brachte ihm viele Sympathiepunkte ein. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass der stolze Harry den Namen seines Kindes noch nicht mitteilte und auch der Titel des Kindes noch nicht verkündet wurde. Das entspricht der guten, alten Sitte bei den Royals. Britische Medien halten es auch durchaus für möglich, dass die Eltern jeglichen Titel für ihren kleinen Sohn ablehnen.

Der 34-jährige Harry ist ohnehin schon der Lieblings-Royal der Briten – deutlich vor seinem Vater Prinz Charles (70), der derzeit mit seiner Frau Camilla (71) auf Deutschlandbesuch ist. Doch auch Charles tritt längst nicht mehr so distinguiert auf wie einst, sondern volksnah.

Zum Auftakt ihres Besuchs waren in Berlin zunächst die Türen der Mächtigen weit geöffnet. Kanzlerin Angela Merkel empfing das Paar. Anschließend war Charles zunächst allein bei Präsident Frank-Walter Steinmeier, bevor mit dem Eintreffen Camillas im Schloss Bellevue der Vier-Augen-Plausch im Garten endete.

Bei Camillas Auftritt in der Berliner Charité ging es am Rand auch um „Baby Sussex“. Sie nahm ein Geschenk mit „It’s a boy“-Luftballon entgegen. Im Paket: ein Strampler mit grünem Ampelmännchen, beliebtes Mitbringsel von Berlin-Touristen.

„Ich dachte, sie möchte vielleicht dem kleinen Baby etwas mitbringen, hat hier aber sicher keine Zeit zum shoppen“, begründete Klinik-Mitarbeiterin Saskia Etzold die Auswahl des Präsents. Sie wolle das Geschenk an Harry und Meghan übergeben, versprach Camilla. „Sie werden begeistert sein.“

Auch Charles und Camilla gaben sich sehr angetan vom Nachwuchs. „I’m very excited“, sagte die Herzogin am Brandenburger Tor auf die Frage aus dem Publikum, was sie von ihrem „Baby Boy“ halte. Ein Geschenk für „Baby Sussex“ konnte auch Prinz Charles entgegennehmen. Bei Präsident Steinmeier gab es für den jüngsten Spross der Royals einen Teddy. Das Programm in Berlin wird am Mittwoch fortgesetzt.

Der Stammbaum als PDF-Grafik.