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Ehestreit Rosenkrieg bleibt vorerst ohne Sieger

Silvia Kusidlo

London - Rosenkrieg vor Gericht: Selten hat Großbritannien eine solche Schlammschlacht von Prominenten in einem Prozess erlebt wie im Fall der US-Schauspieler Johnny Depp und Amber Heard. Drogen, Alkoholmissbrauch, eine abgetrennte Fingerkuppe, Fäkalien im Bett und immer wieder Gewaltvorwürfe: Wochenlang zeichneten Depp (57) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung. Die Kernfrage lautete: Ist Depp („Fluch der Karibik“) ein Frauenschläger? Auch am letzten Tag ging es im Gericht hoch her. Das Urteil wird erst in einigen Wochen verkündet.

Vorwürfe ohne Ende

Zum letzten Prozesstag waren viele Fans vor dem High Court in London versammelt. Sie hatten Blumen dabei und riefen Depp, der im grauen Anzug und schwarzen Hemd kam, Aufmunterndes zu: „Wir lieben dich!“ oder „Gerechtigkeit für Johnny!“. Heard kam am Dienstag im schwarzen Kleid und händchenhaltend mit ihrer Partnerin Bianca Butti zum Gericht. Seit 7. Juli hatten sich beide Seiten dort mit Vorwürfen überzogen. Depps Anwalt nannten Heard zum Abschluss sogar eine „zwanghafte Lügnerin“.

Depp klagt eigentlich gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung „The Sun“ wegen eines Artikels, in dem behauptet wurde, er habe Heard körperlich misshandelt. Die Schauspielerin sagte vor Gericht aus, sie habe Todesangst vor ihrem Ex-Mann gehabt: „Er hat mir viele Male explizit damit gedroht, mich zu töten.“

Heard präsentierte Fotos, die angeblich von Depp verursachte Flecken zeigen. Er habe sie oft angeschrien, getreten, sogar gewürgt. Sie warf ihrem Ex-Mann auch vor, „sehr gut im Manipulieren von Leuten“ zu sein. Für sein Fehlverhalten habe er ein „Monster“ verantwortlich gemacht.

Doch Depp drehte im Prozess den Spieß um: Er beschuldigte seine Ex-Ehefrau, selbst gewalttätig gewesen zu sein. So habe sie in einem der vielen Streits eine Flasche auf ihn geworfen und damit einen Teil seines Fingers abgetrennt. Mit dem Blut habe er dann einen Spiegel bemalt. Die Beziehung zu Heard sei „kompliziert“ gewesen, niemals habe er ihr aber Gewalt angetan.

Zuspruch von Ex-Frauen

Unterstützung bekam Depp in schriftlichen Aussagen von prominenten Ex-Partnerinnen. US-Schauspielerin Winona Ryder (48) sagte, sie habe Depp während ihrer vierjährigen Beziehung nur als „wirklich guten Mann“ kennengelernt. Niemals sei er gewalttätig oder ausfällig gewesen. Auch die Sängerin Vanessa Paradis (47), mit der Depp 14 Jahre lang zusammen war und zwei erwachsene Kinder hat, äußerte sich positiv: Sie habe ihn als „freundlich, aufmerksam, großzügig und nicht gewalttätig“ erlebt.

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