• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama

Prozess: Ex-Tennisstar auf Boden der Tatsachen

22.10.2020

London /Hamburg Keine 48 Stunden liegen zwischen zwei Auftritten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Beim Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum sitzt Boris Becker Ende September mit Jeans, Sonnenbrille und aufgeknöpftem Freizeithemd auf der Tribüne. Bei der eigens für ihn anberaumten Pressekonferenz plaudert der 52-Jährige bestens gelaunt über seine Liebe zur Hansestadt und über den besten deutschen Tennisspieler Alexander Zverev.

Zwei Tage später werden ganz andere Bilder transportiert. Mit verkniffenem Gesichtsausdruck ist Becker in seiner Wahlheimat London auf dem Weg ins Gericht. Er trägt Nadelstreifen-Anzug und Krawatte, die Schirmmütze ist tief ins Gesicht gezogen. Den Ärger um sein privates Insolvenzverfahren hatte Becker eigentlich längst hinter sich lassen wollen. Es kam anders.

Zu wenig kooperiert?

An diesem Donnerstag hat Becker einen weiteren unangenehmen Termin: Sein Fall wurde an den Southwark Crown Court in London verwiesen. Der dreimalige Wimbledonsieger und sechsfache Grand-Slam-Champion will sich dort zu Beginn seines Verfahrens gegen Vorwürfe der britischen Insolvenzbehörde wehren. Die Behörde wirft ihm – wieder einmal – vor, in seinem Verfahren nicht genügend kooperiert zu haben. Becker streitet das vehement ab.

Als 17-Jähriger hatte sich der Rotschopf aus Leimen mit seinem Wimbledonsieg in die Tennis-Geschichtsbücher katapultiert – und auch in die Öffentlichkeit.

Heute ist Becker anerkannter TV-Experte für Eurosport oder die britische BBC. Er ist Chef der Herren-Abteilung im Deutschen Tennis Bund. Eurosport verlängerte die Zusammenarbeit bis 2023. Als Becker am vergangenen Mittwoch bei einem Besuch im Golf-Park Dessau zwei Stunden lang über sein Leben plauderte, zog er dort das zahlende Publikum mit Anekdoten, Witz und Selbstironie in seinen Bann.

Turbulentes Privatleben

Ganz entspannt verliefen die vergangenen Jahre für Becker jedoch nicht: Im Jahr 2017 erklärte ein britisches Gericht den Wahl-Londoner für zahlungsunfähig. Im Sommer 2019 zwangsversteigerte man einen Teil seiner Trophäen – insgesamt 82 Erinnerungsstücke wie Pokale, Medaillen oder Uhren wechselten in einer Online-Auktion den Besitzer.

Eigentlich können Insolvenzverfahren in England bereits nach einem Jahr abgeschlossen werden. Eigentlich. In Beckers Fall wurden die Insolvenzauflagen jedoch um zwölf Jahre verlängert – demnach muss sich der Ex-Profi bis 2031 bestimmten Einschränkungen für zahlungsunfähige Personen in Großbritannien unterwerfen. Grund ist, dass Becker Transaktionen aus der Zeit vor und nach dem Insolvenzverfahren nicht ordnungsgemäß gemeldet haben soll. Um ähnliche Vorwürfe geht es jetzt erneut. Die zuständige Insolvenzbehörde führt nun strafrechtliche Ermittlungen gegen den 52-Jährigen.

Es werde seit 30 Jahren allerhand über ihn geschrieben, das meiste davon stimme zum Glück nicht, sagte Becker bei einem Vortrag in Dessau. Wird der Prozess zum Wendepunkt? „Ich bestreite die Anschuldigungen gegen mich und werde mich mit allen rechtlichen Mitteln verteidigen“, ließ Becker kürzlich in seinem Lieblingsmedium Twitter verlauten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.