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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Kriminalität: 39 Leichen in Lkw-Container entdeckt

24.10.2019

London Sanitäter haben in England in einem Lastwagencontainer 39 Leichen entdeckt. Der Container komme vermutlich aus Bulgarien, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Lastwagen sei am Samstag über den walisischen Hafen Holyhead nach Großbritannien gekommen und in einem Industriegelände in Grays östlich von London gefunden worden.

Ein 25-Jähriger aus Nordirland wurde den Angaben zufolge wegen Mordverdachts festgenommen. Offenbar war der Todescontainer vom europäischen Festland zunächst auf die Insel Irland gebracht worden.

Die stellvertretende Polizeichefin Pippa Mills sagte, ein entscheidender Punkt in den Ermittlungen sei die Frage, wie der Lastwagen nach Irland gekommen sei. Einer der Toten sei offenbar in jugendlichem Alter gewesen. Das Geschlecht der Toten wollte sie nicht sagen.

„Wir sind dabei, die Opfer zu identifizieren, doch ich rechne damit, dass dies ein langwieriger Prozess sein könnte“, sagte Hauptkommissar Andrew Mariner von der Polizei in Essex. „Dies ist ein tragischer Vorfall, bei dem eine große Zahl von Menschen ihr Leben verloren haben. Unsere Ermittlungen um herauszufinden, was passiert ist, halten an.“

Der Waterglade Industrial Park in Grays wurde abgesperrt. Mariner sagte, die Polizei arbeite mit der Verwaltung von Thurrock zusammen, um die Auswirkungen der Ermittlungen gering zu halten.

Premierminister Boris Johnson versprach, eng mit der Polizei von Essex zusammenzuarbeiten, um herauszufinden, was genau passiert ist. „Meine Gedanken sind bei all denen, die ihr Leben verloren haben, & ihren geliebten Angehörigen“, twitterte er.

Offiziell hat die Polizei den Tod der 39 Menschen noch nicht mit Menschenschmuggel in Verbindung gestellt. Ein solcher Zusammenhang scheint aber wahrscheinlich, besonders wegen der Art, in der sich die Opfer in den Container gezwängt hatten. Eine ähnliche Tragödie hatte sich vor 19 Jahren in Dover abgespielt. Damals wurden 58 Tote in einem Lastwagen gefunden. Vergleichbare Fälle mit einer geringeren Opferzahl hat es seither immer wieder gegeben.

Die bulgarischen Behörden erklärten, sie könnten noch nicht bestätigen, dass der Container in ihrem Land auf die Reise gegangen sei. „Wir stehen in Kontakt mit unserer Botschaft in London und mit den britischen Behörden“, sagte Außenamtssprecherin Zwetana Krastewa.

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