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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Ein Jahr nach Hochhaus-Brand: London gedenkt der 72 Toten

15.06.2018

London /München Ein Jahr nach dem Brand des Grenfell Towers ist zur Erinnerung an die 72 Toten das ausgebrannte Hochhaus in London in Grün angestrahlt worden. Zu der Katastrophe kam es am 14. Juni 2017, als ein defekter Kühlschrank Feuer fing. Die Flammen breiteten sich in rasendem Tempo im 24-stöckigen Sozialbau aus. Es ist der Brand mit den meisten Opfern im Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im Rahmen der Aktion „Grün für Grenfell“ leuchteten zur Erinnerung auch andere Einrichtungen in Grün, etwa Regierungsgebäude und das Riesenrad London Eye. Auch ein Gottesdienst und ein Schweigemarsch durch den Westen Londons waren geplant. Plakate mit Aufschriften wie „Grenfell für immer in unseren Herzen“, Fotos von Opfern, Blumen und Teddybären wurden nahe der Brandruine abgelegt.

Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat der Opfer ebenfalls gedacht. Vor Beginn des offiziellen Trainings am Donnerstag im russischen WM-Teamquartier hielten die „Three Lions“ eine Schweigeminute ab, teilte das Team mit und veröffentlichte Bilder der Gedenkminute auf Twitter.

In dem Hochhaus waren Untersuchungen zufolge Brandschutzauflagen ignoriert worden. Vor allem eine neu angebrachte Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff soll den Grenfell Tower zur Todesfalle gemacht haben. Die ersten Anweisungen der Feuerwehr an die Mieter damals, in den Wohnungen zu bleiben, stehen ebenfalls in der Kritik.

Bei der Katastrophe spielten sich dramatische Szenen ab. Vom Feuer eingeschlossene Bewohner versuchten verzweifelt, mit Taschenlampen an Fenstern auf sich aufmerksam zu machen. Andere verabschiedeten sich per Handy von ihren Angehörigen. 68 Familien haben noch heute kein neues dauerhaftes Zuhause, sondern sind in Hotels untergebracht.

Nach der Katastrophe zeigte sich, dass Hunderte Hochhäuser in Großbritannien die gleiche, gefährliche Fassadenverkleidung wie am Grenfell Tower haben. In Deutschland dauern die Überprüfungen von Hochhäusern an. Die Bauaufsichts-Behörden seien nach dem Vorfall angewiesen worden, zu überprüfen, „ob vergleichbare Fälle in Deutschland sein könnten“, sagte der Vorsitzende des für Baurecht zuständigen Ausschusses bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Thomas Herbert. „Das ist nach wie vor im Gange.“

Insbesondere die Eigentümer seien angeschrieben worden, zu prüfen, ob ihre Hochhäuser den Vorschriften entsprechen. „Nach wie vor wird an dieser Stelle untersucht, und natürlich finden sich da auch immer wieder Häuser, die nicht den Vorschriften entsprechen. Das heißt, die Vorschriften waren ausreichend, aber die Ausführung hat nicht gepasst“, sagte Herbert.

In Wuppertal und in Dortmund waren danach Hochhäuser wegen Brandschutzmängeln geräumt worden. „Dann hilft nur noch eine Evakuierung.“

Nach den Worten von Herbert gibt es in Deutschland die Sicherheitsphilosophie von zwei baulich getrennten Rettungswegen für den Fall, dass es brennt. Ein Rettungsweg sei für die Evakuierung von Bewohnern gedacht, der andere für den Löschangriff der Feuerwehr: „Wenn ein Rettungsweg ausfällt, dann ist zumindest noch ein zweiter da. Das war in London nicht der Fall.“

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