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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Wirbelsturm „irma“: Zerstörte Gebiete erwachen langsam aus Schockstarre

14.09.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-09-14T05:22:35Z 280 158

Wirbelsturm „irma“:
Zerstörte Gebiete erwachen langsam aus Schockstarre

Lower Matecumbe Key Die vom Wirbelsturm „Irma“ heimgesuchten Gebiete in den USA und der Karibik erwachen langsam aus der Schockstarre. Im US-Staat Florida reparierten Arbeiter Strom- und Gasleitungen. Ausgangssperren wurden aufgehoben, Einwohner kehrten in ihre Häuser zurück. Doch waren noch Millionen Menschen ohne Strom. Es gebe noch viel zu tun, sagte Gouverneur Rick Scott. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte der von Hurrikan „Irma“ schwer getroffenen Karibikinsel St. Martin rasche Hilfe zu.

„Irma“ war zeitweise der gewaltigste Wirbelsturm, der seit Beginn der Aufzeichnungen über dem offenen Atlantik beobachtet wurde. Auf seinem Weg durch die Karibik und den Südosten der USA tötete er mindestens 55 Menschen.

„Alles ist weg“

Besonders schwer erwischte er die Florida Keys, eine Inselkette vor der Südspitze der Halbinsel. „Im Prinzip ist jedes Haus auf den Keys betroffen“, sagte Brock Long von der Katastrophenschutzbehörde Fema. Nach ersten Schätzungen sei ein Viertel der Häuser zerstört, 65 Prozent seien schwer beschädigt. Reparaturtrupps setzten die Straße instand, die die Keys über zahlreiche Brücken mit dem Festland verbindet.

Aber auch dort hatte „Irma“ zahlreiche Zerstörungen angerichtet. „Alles ist weg“, sagte die 33-jährige Barkeeperin Jen Gilreath in deren Wohnung in Jacksonville das Wasser kniehoch stand.

In Naples im Südwesten standen mehr als 300 Menschen vor einem Geschäft nach Lebensmitteln an, das immer noch geschlossen hatte. Er habe seit Tagen keinen Strom sagte der 57 Jahre alte Phill Chirchirillo. Auch andere grundlegende Dinge ließen auf sich warten.

In Florida waren immer noch 9,5 Millionen Menschen ohne Elektrizität, das ist knapp die Hälfte der Bevölkerung. Bis alle wieder ans Netz angeschlossen sind, könne es bis zu zehn Tage dauern, erklärten die Behörden. Zu den zwölf Toten, die wegen „Irma“ in Florida zu beklagen sind, gehören vier Menschen, die an Kohlenmonoxidvergiftungen durch Notstromgeneratoren starben.

„Der Tagesbefehl ist, die Leute ruhig zu halten“, sagte Chirchirillo über die Stimmung. „Zuerst ist es so wie „Gott sei Dank wir leben“, aber jetzt sind sie gereizt.“

Prominente sammeln Spenden

Gouverneur Scott rief alle Bürger auf zusammenzuhalten. „Wir werden diesen Staat wieder aufbauen“, versprach er. Die Kosten dafür schätzen die Behörden Floridas bereits jetzt auf knapp 250 Millionen Dollar (gut 208 Millionen Euro). Die Schäden auf den Zitrusplantagen wurden noch geprüft. Die Senatoren Bill Nelson und Marco Rubio wollen eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Plantagenzüchtern geben. US-Präsident Donald Trump hat sich für Donnerstag angekündigt.

Bei einem im US-Fernsehen übertragenen Spendenmarathon für die Opfer der Hurrikans „Irma“ und „Harvey“ sammelten Prominente von Zuschauern mindestens 14,5 Millionen Dollar. Unter anderen saßen Justin Bieber, George Clooney, Barbra Streisand und Al Pacino an den Telefonen und nahmen Spenden an.

Macron stellte einen Plan vor, Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente an die Bevölkerung zu verteilen. Das Mobilfunknetz sei bereits zur Hälfte wieder funktionsfähig, sagte er auf einer Pressekonferenz. Der Präsident kündigte einen sturmsicheren Wiederaufbau St. Martins an. Viele Gebäude seien gegen einen Hurrikan nicht ausreichend gesichert gewesen. In Zukunft werde die Insel Vorbild für die Region sein. Am Mittwoch wollte er St. Barthélemy besuchen.