LUDWIGSFELDE - Die Befürchtung ist einer traurigen Gewissheit gewichen: Die Frau des Ex-Bürgermeisters von Ludwigsfelde, Heinrich Scholl (SPD), ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Die Leiche war am Freitag in einem Wald gefunden worden. Nun ergab eine DNA-Analyse, dass es sich um Brigitte Scholl handelt.

Warum sie starb, ist ungeklärt. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ halten sich Staatsanwaltschaft und Polizei bedeckt. Es werde wegen Mordes ermittelt, sagte ein Staatsanwaltschaftssprecher am Mittwoch. Bislang gebe es keine heiße Spur.

Ein Anwohner hatte die Kosmetikerin noch am 28. Dezember gesehen. „Sie hielt mittags mit ihrem Auto am Straßenrand und wünschte mir einen guten Rutsch ins neue Jahr“, sagt er betroffen. „Sie war zugleich sehr besorgt um ihren Cockerspaniel, der auf der Rückbank saß und mich anbellte. Sie wollte mit ihm in den nächsten Tagen zum Arzt gehen, weil er krank sei“, so der Rentner. Er glaubt, dass Scholl bereits an diesem Tag ermordet worden sein könnte. In dem Waldstück sei sie regelmäßig mit ihrem Hund spazieren gegangen. „Meistens zur Mittagszeit.“ Das sei vielen bekannt gewesen.

„Sie war eine sehr beliebte Frau“, betont der stellvertretende Bürgermeister René Böttcher (SPD). Sie habe sich sozial engagiert. Indes häufen sich die Gerüchte in der Stadt. „Man erzählt sich viel“, sagt ein Mann. „Man hört, dass der Ehemann seine Frau gefunden haben soll.“

Die Frau von Scholl, der zwischen 1990 und 2008 Bürgermeister von Ludwigsfelde war, war am 29. Dezember als vermisst gemeldet worden. Einen Tag später wurden sie und ihr Hund tot im Waldstück gefunden. An Silvester stellten die Fahnder ihr Auto vor einem Haus sicher – wenige Straßen vom Wohnort der Scholls entfernt. Der Wagen wird derzeit auf Spuren untersucht.