MAGDEBURG - Einer der beiden dauerhaft in Sachsen-Anhalt lebenden Wölfe ist von einem Jäger erschossen worden. Es handele sich wahrscheinlich um den Rüden, der seit Mitte 2008 zusammen mit einer Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow lebte, teilte das Agrarministerium in Magdeburg am Montag mit.
Der Jäger müsse sich strafrechtlich verantworten. „Es gibt Grund zu der Vermutung, dass er wusste, worauf er schoss“, sagte ein Ministeriumssprecher. Die rund 50 in Deutschland frei lebenden Wölfe sind streng geschützt. Bei vorsätzlicher Tötung eines streng geschützten Tieres kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, bei Fahrlässigkeit von bis zu sechs Monaten verhängt werden.
Wahrscheinlich sei, dass das Wolfspaar gerade Welpen aufziehe, sagte Nabu-Experte Markus Bathen. Die Jungtiere seien noch mit der Mutter in der Höhle. Dass nun ein Ernährer wegfalle, sei „fatal“. Dies gelte umso mehr, da es der erste Wurf des Paares sei und es deshalb keine älteren Geschwister gebe, die bei der Aufzucht helfen könnten.
