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NWZonline.de Nachrichten Panorama

Matthias Maurer greift nach den Sternen

03.02.2017

Darmstadt /Köln Man sieht Matthias Maurer die Strapazen nicht an. Im November war er in Schweden, zum Überlebenstraining. Er ging an seine körperlichen Grenzen. Aber er tat es für seinen Traum: Astronaut zu werden. Als Kind hatte er verfolgt, wie Ulf Merbold ins All flog. Nun geht dieser Traum auch für Maurer in Erfüllung. Er tritt in den aktiven Astronauten-Korps der Europäischen Raumfahrtagentur Esa ein.

Der 46-Jährige ist ein Spätberufener. 2008 bewarb er sich in der bislang letzten Auswahlrunde der Esa für das Astronautenprogramm und schaffte es bis unter die besten zehn Bewerber – von rund 8500 Kandidaten. Da die Esa aber nur sechs Astronauten einstellen konnte, zog er erstmal den Kürzeren. Er ging in den Dienst der Esa, als Mitarbeiter. Erst 2014 deutete sich an, dass es womöglich neue All-Flüge geben könnte. Der damalige Esa-Generaldirektor erinnerte sich an Maurer. „Er musste mich nicht zweimal fragen“, sagt dieser.

Maurer strahlt mit jeder Faser seines Körpers aus, dass er große Lust auf dieses Abenteuer hat. Wie Alexander Gerst, der zweite deutsche Astronaut im aktiven Esa-Team, kann er sehr einnehmend über die Raumfahrt sprechen – was wichtig ist. Astronauten sind so etwas wie die letzten Superhelden unserer Zeit. Wissenschaftler und Abenteurer, schlau und fit, dem Klein-Klein auf der Erde irgendwie entwachsen.

Geboren wurde Maurer in St. Wendel im Saarland, er machte dort auch sein Abitur. Er spielte Fußball, war Schiedsrichter und zeitweise Mitglied der saarländischen Judo-Jugend-Auswahl. Das Saarland steckt dennoch noch in Maurer. Gleichzeitig ist er längst Weltbürger. Er studierte in Großbritannien, in Frankreich und in Spanien Materialwissenschaften und Werkstofftechnik. 2004 erhielt er seinen Doktortitel, die Dissertation bekam die Bestnote.

Eine konkrete Mission gibt es für Maurer noch nicht. „Positiv betrachtet kann man aber sagen: Jeder Esa-Astronaut ist bislang auch geflogen“, sagt er. Im Training ist er schon eine Weile. 2016 nahm zum Beispiel an einem Projekt teil, das simulierte, wie eine Mars-Mission aussehen könnte. Bis der Mensch den Flug zum Mars wagt, dürfte Maurer zwar zu alt sein. „Aber: Bevor wir zum Mars fliegen, werden wir zum Mond fliegen. Und dort werden wir all diese Technologien testen“, sagt Maurer. Der Mond. Das wäre ein Ziel, das er sich vorstellen könnte.

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